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Gewandungsleitfaden

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Max Hofbauer und Doris Österreicher, welche für ihr Tarans Reich Lindischen Bodens diesen tollen Gewandungsleitfaden verfasst haben und den wir nun an Elasura anpassen durften. Ein besonderer Dank gebührt natürlich auch Alexander Neubauer für die tollen Zeichnungen und allen die Fotos zur Verfügung gestellt haben.

Dieser Artikel befasst sich mit passendem Gewand und anderer Ausstattung für Figuren aus unserem Setting. Elasura orientiert sich historisch grob am deutschen Mittelalter, konkret etwa an der Zeit zwischen 1200 und 1400, also dem Umbruch zwischen Hoch- und Spätmittelalter. Gewänder aus dieser Zeit können als Vorlagen oder Ideengeber für passende Gewandungen hergenommen werden. Dabei ist es selbstverständlich nicht notwendig, eine vollständige, quellengetreue Rekonstruktion historischer Gewänder anzufertigen, vielmehr sollen diese einfach als Inspiration und Leitlinie für stimmungsvolle, elasurische Kleidung dienen. In einigen Bereichen haben wir die historische Faktenlage vereinfacht und genormt, in anderen weichen wir bewusst davon ab, genaueres dazu findet ihr im folgenden Artikel. Wir hoffen, dass euch dieser Artikel hilft, euch passend auszustatten und so einen wichtigen Teil der elasurischen Kultur stimmungsvoll darzustellen.

Da Bilder gerade bei so einem Thema eine viel bessere Vorstellung vermitteln können, möchten wir euch hier folgende drei Pinterest-Seiten ans Herz legen, wo wir verschiedenste Bilder zur Inspiration und Veranschaulichkeit gesammelt haben.

Grundlegendes

Aufbau elasurischer Gewänder

Elasurische Gewänder unterscheiden sich je nach Stand, Vermögen, Profession und natürlich Geschlecht in beträchtlichem Ausmaß untereinander. Trotzdem kann angenommen werden, dass sie meistens in ihrem Aufbau einer ähnlichen Grundstruktur folgen, die sich durch fast alle Bereiche der elasurischen Kultur zieht.

Gewänder, die nur Frauen bzw. Männer tragen, sind in dieser Auflisten mit (m) für männlich und (w) für weiblich gekennzeichnet. Generell unterscheiden sich männliche und weibliche Kleidungsstücke oft in Schnitt, Länge und Form, genaueres dazu findet sich bei der Beschreibung des jeweiligen Kleidungsstücks.

Unterkleidung
Die Unterkleidung ist wie der Name schon sagt die unterste Schicht jeder Gewandung. Ihr Hauptzweck ist neben zusätzlicher Wärme das Schützen der restlichen Kleidung vor Körpergerüchen. Der Großteil des Untergewandes ist durch die oberen Schichten verdeckt und daher meistens nicht zu sehen. Öffentlich sein Leibhemd / Leibkleid oder seine Bruche zu zeigen, gilt als unschicklich und wird vermieden.

Mittelkleidung
Das Mittelgewand ist die unterste Schicht Gewand, die zu zeigen in der Öffentlichkeit schicklich ist und beinhaltet meist eine Kopfbedeckung, eine Cotte und beim Mann Beinlinge.

Oberkleidung
Das Obergewand besteht aus der Gugel und ihren Verwandten, sowie aus Surcotes oder anderen Gewändern, die über einem Kittel getragen werden. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht immer getragen werden muss, weil sich mit dem Mittelgewand schon darunter eine Schicht befindet, die zu zeigen nicht unschicklich ist.

Überkleidung
Das Übergewand ist die Schicht, die ausschließlich gegen Wind und Wetter getragen wird und daher drinnen auch abgelegt werden kann.

Alle Zeichnungen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer

Farben

Die elasurische Mode ist in wohlhabenden Kreisen eine sehr farbenfrohe, so ist es bei Adeligen und wohlhabenden Bürgern üblich und verbreitet, möglichst bunte Gewänder zu tragen. Während die Unterkleidung meist in weißem bzw. naturfarbenen Leinen gehalten ist, finden sich nahezu alle anderen Kleidungsstücke in den verschiedensten Farben wieder. Matte und dunkle Farben sind relativ einfach und kostengünstig zu färben, weshalb man das einfache Volk oft in grauen, braunen, rostroten oder dunkelgrünen Gewändern sieht. Kräftige, leuchtende und intensivere Farben kann man sich oft nicht, oder nur in kleinen Mengen für Hut oder Gugel leisten. Wohlhabendere Bürger und Adelige wiederum zeigen ihren Reichtum auch gerne durch die Verwendung von großflächigen schönen Farben. Kräftiges, helles rot, grün, blau oder gelb, aber auch orange, türkis oder violett bzw. purpur wird hier gerne verwendet.

Farbenkunde
Naturfarben/Beige Die Farbe von fast allem Untergewand. Oft als Futterstoff verwendet, selten als Oberstoff Blau: Matte, etwas gräuliche Blautöne sind einfach zu färben und daher im Volk beliebt, kräftige Farben, sowohl hell, als auch dunkel, sind kostenintensiver und daher eher in der Oberschicht zu finden.
Grün Dunkle, matte und Olivgrüntöne sind im Volk beliebt und verbreitet, vor allem bei solchen, die oft in Wald und Wiesen unterwegs sind. Helle, leuchtende Grüntöne tragen vor allem jüngere Adelige, da die Farbe mancherorts mit Jugend in Verbindung gebracht wird.
Gelb Fahles, einfaches Gelb ist weit verbreitet, strahlendes Gold-Gelb trägt nur der Adel und die reichsten Bürger.
Rot Im Volk wird einfaches, rostfarbenes Krapprot verwendet, helles Blutrot hingegen ist teuer.
Braun Einfach zu färben und daher weit verbreitet. Gilt in höheren Kreisen eher als unschick.
Grau Einfache Grautöne sind vor allem bei Wollstoffen sehr beliebt, teures, strahlendes Silbergrau ist kostspielig und daher meist wohlhabenden Kreisen vorbehalten.
Orange Ist schwer zu färben und daher teuer.
Violett Ist schwer zu färben und daher teuer.
Schwarz Gilt als Farbe der Ministeriale, wird abseits davon nur selten verwendet.
Reinweiß Wird vorwiegend für Kinderkleidung in wohlhabenden Haushalten verwendet und bei den Wappenröcken der Reichsgarde.

Stoffe

Die meisten Gewänder werden aus Leinen oder Wolle hergestellt. Leinen wird vor allem für sämtliche Unterkleidung und als Futterstoff verwendet. Im Sommer ist es auch nicht unüblich, Kittel oder sogar Oberkleidung aus Leinen zu tragen, auch wenn diese in der Mehrheit aus Wolle gefertigt werden. Immer aus Wolle sind die Beinlinge, die Gugel und die Überkleidung, die ja vor allem vor Wind und Wetter schützen soll, sowie die meisten Kopfbedeckungen. Teurere Stoffe wie Samt, Brokat, Damast und vor allem Seide werden gerne von Adel und wenigen, reichen Bürgern getragen, sind insgesamt aber eher eine Seltenheit und drücken Luxus und Wohlstand aus.

Modernere Fasern wie Polyester, Viskose oder Baumwolle sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Wenn (aus Preisgründen oder mangels Alternativen) doch darauf zurückgegriffen wird, sollte es in einer Form passieren, bei der man sie für andere Stoffe hält (Baumwolle in Leinenoptik, dichte Jerseys die wie dünne Wolle aussehen für Beinlinge, dickes Fleece für Umhänge, etc.).

Kleidungsetikette

  • Eine Frau trägt ihre Haare nicht offen und immer teilweise oder ganz bedeckt.
  • Eine unverheiratete Adelige trägt (ausschließlich oder zusätzlich zu anderen Kopfbedeckungen) einen Schleier.
  • Eine verwitwete Adelige trägt während der einjährigen Trauerzeit noch ein Gebende, danach gilt sie wieder als unverheiratet und trägt nur Schleier.
  • Eine verheiratete Adelige trägt (ausschließlich oder zusätzlich zu anderen Kopfbedeckungen) eine Form des Gebendes, also einen Schleier, der auch unterm Kinn gebunden ist.
  • Eine Frau aus dem einfachen Volk trägt entweder eine Form des Kopftuches oder eine Bundhaube unter der Kopfbedeckung.
  • Nackte Beine zu zeigen gilt bei beiden Geschlechtern als unsittlich.
  • Es ist äußerst unüblich und gilt quer durch alle Schichten als unhöflich und unangebracht, keine Kopfbedeckung zu tragen

Beispielgewänder

Elasursiche Mode ist vielfältig und umfangreich, vorweg sollen hier ein paar mögliche Kombinationen archetypischer Elasurer und Elasurerinnen als Beispiel dienen, wie sich ein Satz Kleidung in Elasura evtl. zusammensetzen könnte.

Bäuerin / Arme Beisassin Bauer / Armer Beisasse
Bürgerin / Beisassin Bürger / Beisasse
Adelige Adeliger
X
Ritter Einfacher, leichter Soldat
  • Topfhelm
  • Gambeson
  • Kettenhemd
  • Wappenrock mit aufgenähtem Wappen auf der Brust, vorne geschlitzt
  • Sattelbaumschwert in Scheide am breiten Schwertgurt
  • Dolch
  • Gardecorps (nicht am Bild)
Reichsgardist Ministerialer Beamter

Alle Zeichnungen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer

Details und Erweiterungen

Ärmel
Die Ärmel der meisten Gewänder (Untergewand und Mittelgewand) sind fast immer lang (bis zum Handgelenk) und ziemlich eng. Beim Obergewand (und teilweise auch beim Übergewand) hingegen sind vor allem beim Adel verschiedene, teils gleichzeitig unpraktische, aber als sehr modisch geltende Versionen verbreitet.

Kurze Ärmel
Die Ärmel des Obergewands sind fast immer so konstruiert, dass die des Mittelgewand noch zu erkennen sind. Die einfachste Methode dafür ist natürlich einfach, die Ärmel kürzer zu gestalten. Dabei gibt es sowohl Formen, bei denen die Ärmel ein paar Zentimeter kürzer sind als die des Mittelgewandes, als auch solche, bei denen sie um einiges kürzer (zb. nur bis zum Ellenbogen) sind.

Trompetenärmel, Trichterärmel
Trompetenärmel sind vor allem bei edlen Damen sehr beliebt, kommen aber auch in der Herrenmode vor. Meistens sind die Ärmel bis zum Ellenbogen relativ eng und gehen dann gehen dann nach unten immer weiter auseinander (in der Form dem namensgebenden Trompete). Die Öffnung ist meist zwischen 40 und 60 Zentimeter groß, in Extremfällen aber auch deutlich mehr (so, dass die untere Spitze bei gerade nach unten hängenden Armen den Boden berührt).

Scheinärmel
Scheinärmel nennt man verschiedene Formen von Ärmeln, deren Naht entweder vollständig oder ab einem gewissen Punkt (zb. dem Ellbogen) offen sind, so dass sie offen nach unten fallen. Bei dieser Form von Ärmeln sind andersfarbige Futterstoffe besonders beliebt, da auch die Innenseite des Ärmels gut zu sehen ist. Damit der Scheinärmel schöner fällt, wird der Ärmel dafür oft so konstruiert, dass die Naht nicht unten, sondern vorne oder oben liegt, je nach gewünschtem Ergebnis.

Geschlitzte Ärmel
Geschlitzte Ärmel kommen ursprünglich vom Gardecorps, werden aber mittlerweile auch bei vielen Surcots, Bliauts und anderen Obergewändern verwendet. Sie zeichnen sich durch einen langen Schlitz auf der Vorderseite des Ärmels aus, der oft mit Borden, Stickereien oder Pelzbesatz verziert ist. Durch diesen Schlitz kann die Trägerin oder der Träger den Arm herausstecken, so dass der Rest des Ärmels ohne Inhalt nach unten hängt. Geschlitzte Ärmel sind oft übermäßig lang, um noch oppulenter zu wirken.

Verzierungen

Zaddeln
Zaddeln sind verschiedenförmige Ansatzstücke an Kanten, Ärmeln und Säumen von Kleidungsstücken. Sie können sowohl am Kittel, als auch am Obergewand, der Gugel sowie manchen Übergewändern und Kopfbedeckungen getragen werden. Entweder sie werden direkt in einen gewalkten Wollstoff (der möglichst nicht ausfranst) geschnitten, oder Oberstoff und Futter werden in Form der Zaddeln aneinander genäht und dann ineinander gestürzt, wodurch die Zaddeln sichtbar werden. Die verschiedensten Motive werden verwendet, zum Beispiel einfache Wellenlinien, die Formen verschiedener Blätter oder rechteckige Zinnenmuster.

Borten
Auch wenn sie immer mehr aus der Mode kommen, sind Borten immer noch eine verbreitete Form, seine Kleidungsstücke zu verzieren. Diese werden direkt am Saum oder etwas daneben aufgenäht, oder aber über andere Nähte, um sie zu verdecken. Sowohl die Motive der Borten, als auch ihre Breite variieren.

Stickereien
Zu den beliebtesten Formen der Verzierungen zählen alle Formen von Stickereien. Während im einfachen Volk vor allem simple, florale Muster verbreitet sind, schmückt der Adel seine Gewänder mit aufwändigen Symboliken und Figuren. Bestickt kann grundsätzlich jedes Kleidungsstück werden, da das Besticken aber sehr viel Zeitaufwand mit sich bringt, werden vor allem solche Stücke und Stellen bestickt, die besonders gut sichtbar sind.

Pelzbesatz
Während grobe Felle manchmal als Futter für Winterkleidung verwendet werden, gelten feine Felle wie Zobel, Hermeline oder Nerz als teure und gefragte Verzierung für schöne Gewänder. Meist wird es in Streifen an die Säume der Kleidungsstücke genäht, besonders beliebt ist es zum Beispiel an den Armausschnitten von Höllenfensterkleidern, den Armschlitzen des Gardecorps oder an Houppelanden.

Applikationen
Vor allem bei heraldischen Symbolen, die in Form eines Wappens oder als Verzierung auf Kleidern angebracht werden soll, sind Applikationen sehr beliebt. Dabei wird das gewünschte Symbol aus steifem Stoff (oft gewalkter Wolle) ausgeschnitten und auf das Kleidungsstück genäht, wobei die Kanten eng und dicht versäubert werden (wer mit der Maschine näht, kann hier einfach einen sehr, sehr engen Zickzackstich verwenden).

Accessoires

Gürtel
Mindestens ein Gürtel ist Teil jeder elasurischen Gewandung. Der so genannte Gewandgürtel hält die Kleidung zusammen und liegt meist auf Höhe der Taille. Er wird über dem Obergewand getragen oder, wenn ein solches nicht vorhanden ist, über dem Mittelgewand (die einziges Ausnahme bildet das Höllenfensterkleid, das über dem Gewandgürtel getragen werden kann, siehe dort). Am Gewandgürtel befestigen die Elasurer gerne allerlei Gürteltaschen, den Almosenbeutel und ihr Besteck. Der Gewandgürtel ist meist eher schmal und übermäßig lang, so dass er oft bis über die Knie nach unten hängt. Die Spitze wird gern mit einem Beschlag aus Metall verziert, der so genannten Gürtelzunge. Auf Reisen, wo oft mehrere Ausrüstungsgegenstände und Taschen am Gürtel befestigt werden, wird dafür oft ein zweiter, breiterer und robusterer Gürtel getragen. Schwertscheiden, Dolche und andere Waffen wiederum werden an einem separaten Gürtel, dem “Waffengurt” getragen. Gürtel, Schnallen und Gürtelzungen bzw. dafür notwendiges Bastelmaterial lassen sich zb. in diversen Internetshops oder auf Mittelalterfesten beziehen.
Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Fiebeln und Schließen
Zwar kennt man im Knöpfe, trotzdem sind diese nur mäßig verbreitet und viele andere Formen von Verschlüssen kommen zum Einsatz. Neben den allseits beliebten Nestelbändern (siehe unten) werden allerlei Formen von Fiebeln, Haken und Ösen verwendet. gerade gut sichtbare Schließen (wie zb. die des Umhangs oder der Kragenöffnung eines Surcots) sind oft kunstvoll und aufwändig gestaltet.
Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Nesteln
Nestelbänder sind kunstvoll geknüpfte Schnüre aus Seite oder Wolle (fürs Larp kann man auch Baumwollgarn verwenden), mit denen die Elasurer ihre Kleidung verschließen. Beispielsweise werden sie verwendet, um Gamebsons zuzubinden, Beinlinge an der Bruche zu befestigen oder Mäntel am Kragen zu schließen. Außerdem kommen sie immer dann zum Einsatz, wenn Kleidungsstücke zur Taillierung geschnürt werden, wie zB. beim Bliaut. Zur Zierde und um ein Aufdröseln der Schnüre zu verhindern, werden ihre Enden mit kleinen Metallhülsen, sogenannten Nestelspitzen besetzt. Nestelschnüre und -spitzen lassen sich in diversen Onlineshops oder auf Mittelalterfesten kaufen, die Schnüre lassen sich auch einfach selbst herstellen.

Gürteltaschen
Gürteltaschen aus Leder sind die beliebteste Art und Weise, kleinere Dinge nahe am Körper zu transportieren. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Formen, wobei sogenannten “Nierentaschen” am beliebtesten sind. Beim Volk und auf Reisen gehören Gürteltaschen zur alltäglichen Tracht. In wohlhabender bzw. adeliger Gesellschaft achtet man meist darauf, nicht zu viele und vor allem keine zu großen Taschen am Körper zu tragen, da das als bäuerlich angesehen wird.

Geldkatze
Ein am Gürtel befestigter Beutel in unterschiedlichen Formen, meist zur Aufbewahrung von Münzgeld, aber auch kleinen wertvollen Gegenständen wie Ringen, Steinen oder Edelmetallstücken, oder einen Gürtel mit eingearbeitetem Geldfach. Meist aus Leder oder Stoff gearbeitet und auch reichlich verziert.

Zinnabzeichen und anderer Schmuck
Wer es sich leisten kann, trägt gern verschiedenen Schmuck. Das geht von einfachen Anhängern aus Holz oder Knochen bei armen Bauern bis hin zu aufwändigen Ketten, Ringen, Nieten und Broschen beim Adel. Besonders gern tragen männliche Adelige sogenannte Amtsketten, schwere, breite Halsketten, die auf ihren Posten und Rang verweisen. Quer durch alle Schichten beliebt sind auch aus Zinn gegossene Abzeichen, die auf den Hut, die Gugel oder andere Teile des Gewandes gesteckt oder genäht werden.
Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.wh1350.at

Besteck
Es ist üblich, bei Essen sein eigenes Besteck zu benutzen. Demzufolge besitzen die meisten Elasurer ihr eigenes Messer und ihren Pfriem (ein Spieß zum Fixieren von Fleisch) bzw. ihre Gabel. Dieses Besteck wird oft in einem Lederetui am Gürtel getragen, damit man es beim Essen stets dabei hat. So kommt es, dass ein am Gewandgürtel hängendes Besteck ein fester Bestandteil der Tracht ist. Passendes Besteck samt Lederscheide findet man auf Mittelalterfesten oder im Internet.
Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.neuesausdergotik.blogspot.co.at

Waffen

Waffen sind auf Elasura für jene Bewohner, welche sie die Waffen leisten können, etwas allgegenwärtiges. Guter Stahl ist teuer und die Waffenschmiede erst recht. Das Tragen von Waffen unterliegt keinen speziellen Restriktionen, trotzdem sorgen Preis und Verfügbarkeit meist dafür, dass gute Schwerter und ähnliche Waffen meist dem Adel den ihm aktiv dienenden Haustruppen vorbehalten sind. Der Handel mit Waffen und deren Herstellung ist jedoch stark eingeschränkt und setzt eine Genehmigung der Kammer für Reichsgut und Handel voraus. Schwarzpulver und seine militärische Nutzung sind kaum bekannt und gelten als Teufelszeug.

Dolche
Einen Dolch bei sich zu tragen, ist eine einfache und kostengünstige Form, stets verteidigungsbereit zu sein, demnach sind Dolche in der elasurischen Gesellschaft omnipräsent. Von der Bäuerin über den Schreiber bis zum Burgherren, ein Dolch am Gürtel gilt gesellschaftlich nur selten als unpassend. Unterschieden wird der Dolch vom Messer dadurch, dass er zweischneidig ist und in einer festen, am Gürtel befestigten Scheide steckt, während das Messer einschneidig ist und meist gemeinsam mit Pfriem oder Gabel in einem Etui aufbewahrt wird, das an einer Nestel oder Lederschnur frei am Gürtel “baumelt”. Passend für eine elasurische Darstellung sind einfache, gerade und möglichst schlichte Dolche, ungeeignet sind vor allem unproportional große und solche mit aufwändigen Fantasy-Elementen.

Speere und Stangenwaffen
Der Speer ist nach dem Dolch die die verbreitetste Waffe in Elasura. Er wird zu Fuß eingesetzt, entweder beidhändig oder zu einem Schild. Auch andere Stangenwaffen wie Gleven, Helmbarten oder Hakenspieße sind bei Haustruppen und Stadtwache beliebt. Passend sind also alle Formen von Speeren und Stangenwaffen, die keine zu übermäßigen und auffälligen Fantasyelemente wie übergroße Klingen, Zacken oder Ornamente aufweisen. Weiters unpassend sind Naginatas und andere fernöstliche Formen, sowie Piken.

Schwerter und ähnliche Klingenwaffen
Schwerter gelten als nobelste und reinste Form einer Waffe. Das klassische elasurische Schwert ist zweischneidig und hat eine gleichmäßige Parierstange (diese ist meist entweder gerade oder leicht nach vorne gebogen). Darüber hinaus existieren die verschiedensten Formen. Das Kurzschwert (rund 50-80 cm), das gerne zu einem kleinen Buckler geführt wird und vor allem Soldaten mit Bögen oder Stangenwaffen als Nebenwaffe dient, das Einhandschwert (rund 80 - 110 cm), das klassischerweise zu einem Dreeicksschild geführt wird, das so genannte “lange Schwert”, auch Bastardschwert, Anderthalbhänder oder Sattelbaumschwert genannt (rund 110 - 140 cm), das meist über ein verlängertes Heft verfügt, um es zweihändig zu führen und schließlich das Zweihand- oder Großschwert, auch Bidenhänder genannt (140-180 cm, in Ausnahmefällen deutlich länger), das als besonders schwer zu führende und gefährliche Waffe gilt. Unpassend sind allerlei (Krumm)Säbel, Degen, Rapiere und ähnliche Fechtwaffen, Katanas und alle weiteren Klingenwaffen die nicht dem europäischen Kulturraum entstammen sowie Schwerter mit übermäßig ausgeprägten Fantasy-Elementen.

Hämmer, Keulen und Streitkolben
Verschiedene Formen von Wuchtwaffen sind weit verbreitet. Einhändige Streitkolben, Kriegshämmer (auch Reiterhammer oder Rabenschnabel genannt) oder Morgensterne werden gerne zu einem Schild geführt und vor allem von Kämpfern zu Pferd eingesetzt. Fußstreithämmer (große, schlanke, zweihändig zu führende Hämmer) gelten als schwer zu meisternde und gefährliche Waffen, die meist nur von Rittern geführt werden. Einfache Knüppel und Keulen hingegen sind die typischen Waffen des Lehnsbanns in der Schlacht. Unpassend für eine Darstellung sind unrealistisch große und schwere Wuchtwaffen und solche mit zu vielen optischen Fantasy-Elementen.

Äxte
Äxte werden in verschiedenen Formen eingesetzt. Einfache Holzfälleräxte dienen dem Lehnsbann als Waffen, während Ritter gerne zur einhändigen Streitaxt greifen, die dann oft gemeinsam mit einem Schild geführt wird. Die Fußstreit- oder Mordaxt, eine lange, schlanke Waffe, wird zweihändig vor allem gegen schwer gerüstete Feinde oder Reiter eingesetzt und so genannte Langäxte, einfache Axtblätter an bis zu zwei Meter langen Holzstilen, gelten zwar als antiquiert, finden aber trotzdem noch manchmal Verwendung. Unpassend sind Äxte mit Fantasy-Ornamenten, Doppelblattäxte und moderne Äxte wie Tomahawks.

Schilde
Der Schild ist im ganzen Reich verbreitet und beliebt und wird sowohl zu Pferd, als auch am Boden zu nahezu jeder Einhandwaffe gerne eingesetzt. Die verbreitetsten Formen sind verschiedene Dreiecks- und Tropfenschilder. Rundschilder gelten als veraltet und kommen nur mehr äußerst selten vor (und dann meist im Lehnsbann). Ungeeignet sind Fantasy-Schilde, Turmschilde und alle Schilde mit zum Hintergrund unpassender Symbolik.

Bögen
Bögen sind die am weitesten verbreiteten Fernkampfwaffen in Elasura. Der Adel nutzt sie vor allem zur Jagd. Der liebste Bogen der Elasurer ist der Langbogen, der zwar viel Kraft benötigt, dafür aber in seiner Reichweite ungeschlagen ist. Dieser Stabbogen wird aus meist aus Eibe oder Ulme hergestellt. Selten aber doch werden auch kleinere Bögen bis hin zum Kurzbogen verwendet. Ungeeignet hingegen sind Komposit- und Recurvebögen, sowie moderne Sportbögen.

Armbrusten
Die Armbrust ist kaum verbreitet.

Schwarzpulverwaffen
Die Herstellung und Verwendung von Schwarzpulver ist im großteils unbekannt und gilt als verpöntes Teufelszeug, weswegen es in Elasura nicht vorkommt.

Rüstung

Wer es sich leisten kann, schützt sich für einen drohenden Kampf mit einer Rüstung. Im Alltag ist es aber - abseits von Wachen oder Haustruppen - unüblich, Rüstung zu tragen.

Helme
Der Helm ist stets das erste Stück Rüstung, das man sich zulegt, wenn man nur etwas Geld dafür über hat und demnach in seinen verschiedenen Formen das häufigst anzutreffende Rüstteil. Gefertigt wird er stets aus Metall, gefüttert mit Leder und/oder Stoff. Besonders beliebt sind allerlei konische, Nasal- und Spangenhelme, die sowohl von Rittern, als auch von einfachen Soldaten getragen werden. Der Eisenhut gilt als der beliebteste Helm für Soldaten, während der Topfhelm als klassischste Form der elasurischen Ritter gilt. Weiter tragen diese auch gerne Beckenhauben und Barbutas, sowie einfache Schaller. Passend sind letztendlich alle Helmformen des europäischen Kulturraums vom Hoch- bis ins frühe Spätmittelalter. Unpassend sind antike und frühmittelaltliche Helme, sowie solche aus der Renaissance, dem Barock oder späteren Epochen, sowie moderne, außereuopäische und auffallend fantastische Helme.
Foto des Topfhelms freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Gambeson
Der Gambeson und ähnliche Tuchrüstungen sind vergleichsweise billig herzustellen und daher im ganzen Land weit verbreitet. Hergestellt wird er entweder aus mehreren Schichten (bis zu 30) festen Leinens oder mit einem Futter aus rohem, ungesponnen Leinen oder Wolle, wobei beide Varianten eng abgesteppt und dadurch verfestigt werden. Wer es sich leisten kann, trägt den Gambeson unter einem Kettenhemd, so gehört dieser auch zur Standardausrüstung eines Ritters. Es ist aber - vor allem bei einfacheren Knechten - auch üblich und weit verbreitet, den Gambeson ohne darüberliegendes Kettenhemd zu tragen. Der typische, elasurische Gambeson ist zwischen hüft- und knielang und hat lange Ärmel, die entweder direkt angesetzt sind, oder mit Nesteln an den Schultern befestigt werden. Meist wird er vorne mit Riemen oder Nesteln geschlossen, genauso gibt es aber auch Modelle, die vorne geschlossen sind und seitlich geschnürt werden.
Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Kettengeflecht
Rüstungen aus Kettengeflecht wie der Ringpanzer bzw. das Kettenhemd gelten als typische Rüstung. Das Kettenhemd wird klassischerweise über dem Gambeson getragen und ist sowohl bei Soldaten, als auch bei Rittern weit verbreitet. Es ist üblicherweise so lang wie der darunterliegende Gambeson (also zwischen hüft- und knielang) und hat lange Ärmel die am Handgelenk meist mit Nesteln zusammengebunden werden, um im Kampf nicht zu behindern. Weiters sind sowohl angesetzte Kettenfäustlinge, als auch Beinlinge aus Kettengeflecht bekannt und beliebt. Kettenkrägen oder -hauben werden oft zum Schutz des Halses unter, oder statt einem Helm getragen. Passend sind fast alle Rüstungen aus Kettengeflecht, wobei dichten, vernieteten und aus Flachringen bestehenden Teilen im Zweifelsfall der Vorzug gegenüber den üblichen “Larpkettenhemden” zu geben ist. Einzig moderne bzw. fantastische Stücke wie Fleischerhemden oder Kettenbikinis sind unpassend.
Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Wappenrock
Der Wappenrock ist eigentlich kein eigenes Rüstteil, wird aber nur zu solcher getragen und daher hier angeführt. Er ähnelt im Schnitt dem Surcote, ist also ein zwischen knie- und knöchellanges, seitlich geschlossenes oder mit Nesteln geschnürtes Kleidungsstück, das vorne und hinten fast immer mit Reitschlitzen versehen ist. Meist ist es ärmellos, oder aber mit verschiedenen, dekorativen Formen von Scheinärmeln versehen. Gefertigt wird es meist aus Wolle, fast immer mit einem Futter aus Leinen. Neben Helm, Gambeson und Kettenhemd ist der Wappenrock der vierte Bestandteil der typischen Rüstung eines Ritters, kaum einer würde ohne ihn in die Schlacht ziehen. Der Wappenrock trägt zentral auf der Brust das Wappen des Ritters und ist auch oft in dessen Farben gehalten. Im Kampf dient er vor allem dazu, den Ritter - dessen Gesicht oft durch den Helm verborgen ist - zu identifizieren. Auch Soldaten der Haustruppen und der Stadtwachen tragen manchmal eine Form des Wappenrockes, wenn auch weit seltener als Ritter. Dieser ist dann meist mit dem Wappen des Hauses oder der Stadt, dem die Soldaten dienen, besetzt. Die meisten Formen des Wappenrocks (verschiedene Länge, Zaddeln, Vorhandensein von Ärmeln, angesetzte Krägen oder Gugeln, etc…) sind passend, einzig larpübliche “Wappenlappen”, also Wappenröcke die seitlich offen und einem Scapulier ähnlich einfach über den Kopf gezogen und mit einem Gürtel tailliert werden, kommen in Elasura nicht vor.
Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Metallbesetzte Leder- oder Stoffrüstung
Verschiedene Formen von Rüstungen, bei denen einzelne Metallteile (Schienen, Schuppen, …) auf Leder oder festen Stoff aufgenietet werden, sind eher selten, kommen aber vor. Vor allem Arm- oder Beinschienen dieser Machart sind zu finden, aber auch Torsorüstungen wie Brigantinen (eine Art Gambeson bei dem Metallplättchen zwischen die Schichten genietet werden) und der Plattenrock (ineinander verschobene Metallplatten die hinter ein Korsett aus Leder genietet werden) werden vereinzelnd verwendet. Passend sind wie immer alle Teile des europäischen Hoch- und frühen Spätmittelalters, unpassend sind Elemente anderer Epochen und Regionen, sowie Fantasy-Rüstungen.

Plattenrüstung
Das Herstellen von richtigen Plattenrüstungen ist wenig bekannt. Während einzelne Teile wie Handschuhe, Arm- und Beinzeug bzw. röhren, Ellbogen- und Kniekacheln oder Schulterstücken häufig und gerne von allen getragen werden, die es sich leisten können (meist Ritter oder Wachen besonders wohlhabender Herren) sind Torsorüstungen wie Harnische, Kürasse und andere Formen von Brust- oder Bauchplatten kaum bekannt und verbreitet.

Lederrüstung
Rüstungen, die nur bzw. hauptsächlich aus Leder bestehen, sind in Elasura unüblich und werden nicht verwendet.

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