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lindland:kultur:kleidung_und_ausstattung

Inhaltsverzeichnis

Kleidung und Ausstattung in Tarans Reich Lindischen Bodens

Dieser Artikel befasst sich mit passendem Gewand und anderer Ausstattung für Figuren aus Tarans Reich Lindischen Bodens. Lindland orientiert sich historisch grob am deutschen Mittelalter, konkret etwa an der Zeit zwischen 1200 und 1400, also dem Umbruch zwischen Hoch- und Spätmittelalter. Gewänder aus dieser Zeit können als Vorlagen für passende Kostüme fürs Lindland hergenommen werden. Dabei ist es selbstverständlich nicht notwendig, eine vollständige, quellengetreue Rekonstruktion historischer Gewänder anzufertigen, vielmehr sollen diese einfach als Inspiration und Leitlinie für stimmungsvolle, lindische Kleidung dienen. In einigen Bereichen haben wir die historische Faktenlage fürs Lindland vereinfacht und genormt, in anderen weichen wir bewusst davon ab, genaueres dazu findet ihr im folgenden Artikel. Wir hoffen, dass euch dieser Artikel hilft, euch passend auszustatten und so einen wichtigen Teil der lindischen Kultur stimmungsvoll darzustellen.  Da Bilder gerade bei so einem Thema eine viel bessere Vorstellung vermitteln können, möchten wir euch hier folgende drei Pinterest-Seiten ans Herz legen, wo wir verschiedenste Bilder zur Inspiration und Veranschaulichkeit gesammelt haben. 
Damenmode 
Herrenmode 
Accessoires 
Ganz herzlich möchten wir uns schon jetzt bei all denen bedanken, die für diesen Artikel freundlicherweise Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben! 

Beispielgewänder

Lindische Mode ist vielfältig und umfangreich, vorweg sollen hier ein paar mögliche Kombinationen archetypischer Lindinnen und Linden als Beispiel dienen, wie sich ein Satz Kleidung in Lindland evtl. zusammensetzen könnte:

Bäuerin

Beispielzusammenstellung für eine Bäuerin

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer
Einfaches Kopftuch 
Leibkleid 
Strümpfe 
Strohhut 
Einfaches Kleid aus Wolle 
Stoffband als Gürtel 
Cappa (nicht am Bild) 
Einfacher Beutel 
Besteck 

Bauer

Beispielzusammenstellung für einen Bauern
Bundhaube 
Leibhemd 
Bruche 
Strohhut 
Einfache Cotte aus Wolle 
Hanfseil als Gürtel 
Beinlinge 
Cappa (nicht am Bild) 
Einfacher Beutel 
Besteck 

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer

Bürgerliche

Beispielzusammenstellung für eine Bürgerliche

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer
Leibkleid 
Strümpfe
Haarnetz 
Kleid aus Leinen
Einfacher, schmaler Gewandgürtel
Gugel
Höllenfensterkleid aus dünner Wolle
Halbkreismantel (nicht am Bild)
Einfache Gürteltasche
Körbchen
Besteck

Bürgerlicher

Beispielzusammenstellung für einen Bürgerlichen
Bundhaube 
Leibhemd 
Bruche 
Hohe Kappe 
Cotte aus Leinen 
Beinlinge 
Surcote aus Wolle 
Einfacher, schmaler Gewandgürtel 
Gugel 
Halbkreismantel (nicht am Bild) 
Einfache Gürteltasche 
Besteck 

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer

Waffenknecht

Beispielzusammenstellung für einen Waffenknecht

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer
Bundhaube 
Leibhemd 
Bruche 
Eisenhut 
Gambeson 
breiter Gürtel 
Beinlinge 
Gugel 
Dolch 
Speer 
Dreiecksschild 
Halbkreismantel (nicht am Bild) 

Adelige

Beispielzusammenstellung für eine Adelige
Leibkleid
Strümpfe
Gebende (wenn verheiratet, sonst Schleier)
Schapel
Kleid aus feinem Leinen
Surcot aus feiner Wolle mit Trompetenärmeln und Zwangswappen an den Schultern
Schmaler Gewandgürtel
Besteck
Almosenbeutel 

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer

Adeliger

Beispielzusammenstellung für einen Adeligen

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer
Leibhemd 
Bruche 
Chaperon mit aufgenähtem Zwangswappen 
knielange Cotte aus dünner Wolle, geschlitzt 
Beinlinge 
Gugel mit Zaddeln 
Surcote aus feiner Wolle mit langen Scheinärmeln, geschlitzt 
Gewandgürtel mit Nieten verziert 
Einhandschwert in Scheide an Waffengurt 
Prunkkette 
Besteck 
Almosenbeutel 

Ritter in Rüstung

Beispielzusammenstellung für einen Ritter in Rüstung
Bundhaube 
Leibhemd 
Bruche 
Topfhelm 
Gambeson 
Kettenhemd 
Beinlinge 
Wappenrock mit aufgenähtem Wappen auf der Brust und Zwangswappen am Saum, vorne geschlitzt 
Sattelbaumschwert in Scheide am breiten Schwertgurt 
Dolch 
Gardecorps (nicht am Bild) 

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer

Priester

Beispielzusammenstellung für einen Priester

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer
Bundhaube 
Leibhemd 
Bruche 
Schlauchmütze 
lange Cotte in weiß 
Beinlinge 
Scapulier in schwarz 
Weißes Stoffband als Gürtel 
Gürteltasche 
Umhängetasche mit Schriften 
Halbkreismantel (nicht am Bild) 

Aufbau lindischer Gewänder

Lindische Gewänder unterscheiden sich je nach Stand, Vermögen, Profession und natürlich Geschlecht in beträchtlichem Ausmaß untereinander. Trotzdem kann angenommen werden, dass sie meistens in ihrem Aufbau einer ähnlichen Grundstruktur folgen, die sich durch fast alle Bereiche der lindischen Kultur zieht:

Unterkleidung: 
Haube: Bundhaube 
Leibkleidung: Leibhemd (m), Leibkleid (w), … 
Beinwäsche: Brouche (m), Strümpfe (w), … 
Mittelkleidung: 
Kopfbedeckung: HutMütze, Haube, SchapelChaperon, Kappe, Schleier/Kopftuch (w), Gebende (w), Hennin (w),… 
Kleid: CotteCotehardie,… 
Beinkleidung: Beinlinge (m),… 
Oberkleidung: 
Gugel: Gugel, Pellerine,… 
Oberkleid: SurcoteHöllenfensterkleid (w), BliautSchürzeHouppelande/Tabbert,… 
Überkleidung: 
Mantel: Vollkreismantel, Halbkreismantel, GardecorpsCappaGarnache,… 

Gewänder, die nur Frauen bzw. Männer tragen, sind in dieser Auflisten mit (m) für männlich und (w) für weiblich gekennzeichnet. Generell unterscheiden sich männliche und weibliche Kleidungsstücke oft in Schnitt, Länge und Form, genaueres dazu findet sich bei der Beschreibung des jeweiligen Kleidungsstücks.

Beispiele für die einzelnen Schichten einer lindischen Damen- (oben) und Herrengewandung (unten)
Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer

Adel und Volk

Auch, wenn einzelne BürgerInnen in den großen lindischen Städten dem Adel an Reichtum gleichkommen, bleiben in der lindischen Mode ein paar eklatante Unterschiede bestehen. Auch ein schwer reicher Bürgerlicher wird an seiner Kleidung stets als solcher erkennbar und vom Adel zu unterscheiden sein.
Dem Adel vorbehalten bleiben jedenfalls edle Pelzbesätze, aufwändige,gold- und silbergewirkte Borten bzw. Stickereien, ausladende Trompetenärmel, Damast-, Jaquard- und Brokatstoffe, sowie Schapel und ähnliche Stirnreife, das Gebende, der Hennin und ähnliche hohe Kopfbedeckungen für Damen, sowie die Houppelande.
Ein essentieller Unterschied zwischen Adel und Bürgertum besteht noch in der sittlichen Kopfbedeckung verheirateter Frauen. Während verheiratete adelige Damen die Kopfbedeckung stets auch unter dem Kinn wickeln (zB. als Gebende, Rise oder Barbe„), ist es beim Bürgertum nicht üblich, nach der Hochzeit eine andere Kopfbedeckung zu tragen. Jedenfalls bedeckt aber auch die bürgerliche Frau stets ihre Haare mit einem Kopftuch (am häufigsten), einem Schleier oder einer anderen Kopfbedeckung.

Kleidungsstücke im Detail: Unterkleidung:

Die Unterkleidung ist wie der Name schon sagt die unterste Schicht jeder lindischen Gewandung. Ihr Hauptzweck ist neben zusätzlicher Wärme das Schützen der restlichen Kleidung vor Körpergerüchen. Der Großteil des Untergewandes ist durch die oberen Schichten verdeckt und daher meistens nicht zu sehen. Öffentlich sein Unterhemd oder seine Brouche zu zeigen, gilt als unschicklich und wird vermieden. 

Bundhaube, Coif

bundhaube.jpg
Schlichte Bundhaube aus ungefärbtem Leinen 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Beschreibung: Die Bundhaube ist eine einfache Haube die meist auf beiden Seiten mit Bändern versehen ist. Sie wird sowohl offen, als auch zugebunden getragen. Ihr Hauptzweck ist es, das Haar zu bedecken und vor Staub und Ungeziefer zu schützen. Sie wird meistens unter einem Hut, Kappe oder Mütze getragen. 
Material und Farbe: Leinen, meist naturfarben bzw. weiß, wird aber ab und an auch in anderen Farben getragen.  Verwendung nach Geschlecht: Kann grundsätzlich von beiden Geschlechtern getragen werden. Da Frauen aber öfter Kopfbedeckungen tragen, die das Haar sowieso bedecken (Hauben und Tücher im einfachen Volk, Schleier und Gebende beim Adel) kommt die Bundhaube hier viel seltener zum Einsatz wie bei den Männern, deren Hüte und Kappen die Haare meistens nicht bedecken. 
Verwendung nach Situation: Die Bundhaube wird meistens dann getragen, wenn keine andere Kopfbedeckung die Haare bedeckt und schützt. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Die Bundhaube wird in allen Schichten getragen, wobei sie beim einfachen Volk öfter vorkommt. Der Adel, der seltener im Dreck unterwegs ist und sich auch öfter waschen kann, hat sie weniger nötig und verzichtet eher darauf. 
Varianten: Einfachere oder aufwändigere Schnitte (bestimmen, wie gut sie an die Rundung des Kopfes angepasst ist). Es gibt Varianten mit oder ohne Bänder und besonders hübsche, aufwändige und gefütterte Exemplare, bei denen die Bänder besonders breit und dafür nur angedeutet sind. 
Verzierungen: Farbige Stoffe, Stickereien an den Rändern, Besonders hübsche Bänder etc. sind denkbar. Verzierungen an der Bundhaube sind keine Alltäglichkeit, kommen aber in besseren Kreisen durchaus vor. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.gewandnaeherin.de/gewandnaeherinneu/pattern/haube.html 
http://www.gewandungen.de/anleitungen/coif.html 
http://www.larpwiki.de/RickS./Bastelanleitungen/Bundhaube 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
https://aloria.de/images/product_images/popup_images/129_1.jpg 
http://eysenhut.de/bilder/produkte/gross/Bundhaube-13-15-Jahrhundert_b3.png 

Hemd, Leibhemd, Unterhemd, Leibkleid

leibhemd.jpg
Leibhemd
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Beschreibung: Das Hemd wird meist wie ein einfaches T (“T-Shirt”) geschhnitten, hat lange, eher enge Ärmel und geht mindestens bis zur Hüfte. 
Material und Farbe: Leinen, meistens ungefärbt/naturfarben bzw. weiß. Notfalls auch Baumwolle in Leinenoptik denkbar. 
Verwendung nach Geschlecht: Das Hemd wird von beiden Geschlechtern getragen. Bei Damen, deren Obergewand enger bzw. tailliert ist, ist auch das Hemd meist ähnlich geschnitten, zusätzlich ist es bei Damen meist bodenlang (“Leibkleid”), wie die darüberliegenden Kleider. 
Verwendung nach Situation: Das Hemd wird in fast allen Situationen als unterste Schicht getragen, es aber nicht mit anderer Kleidung zu verdecken, ist unschicklich. Eine Ausnahme bildet harte die harte Arbeit des einfachen Volkes an heißen Tagen, wo es durchaus vorkommt und auch nicht als Problem wahrgenommen wird, dass sämtliche andere Bekleidung abgelegt wird. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Leibhemden werden in allen Schichten getragen und unterscheiden sich dabei auch nicht wesentlich voneinander. 
Varianten: Wenn die Oberbekleidung eng ist, ist dies das Hemd meistens auch. Die Länge des Hemds richtet sich nach dem Geschmack des Trägers, jedoch mindestens bis zur Hüfte und maximal etwas kürzer als der darüberliegende Kittel (das Leibhemd sollte nicht zu sehen sein). Die Kragenöffnung ist je nach Geschmack etwas weiter oder enger, mit einem Knopf oder einem Nestelband zu schließen. 
Verzierungen: Da das Hemd nicht zu sehen ist, wird es so gut wie nie verziert. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.gewandnaeherin.de/gewandnaeherinneu/pattern/hemd.html 
http://www.weltdeslarp.de/jalindro/hemd.html 
http://www.weltdeslarp.de/jalindro/wtunika.html 
http://kreative.stoffe.de/naehanleitungen/mittelalter-tunika 
Verschiedene andere Schnitte für allerlei Tuniken, Cottas und einfache T-Shirts sind auch passend und einfach in der Länge (und wenn gewünscht in der Taillierung) anzupassen. 
Weitere (OT-)Hinweise: Da das Leibhemd nahezu nie zu sehen ist, kann man es beim Larp auch einfach weglassen, wenn einem nicht kalt wird und man keine Lust hat, eines zu tragen. 
Beispielbilder: 
http://www.volkelin.de/fileadmin/user_upload/Darstellung/Sandra_untergewand.jpg 
http://i235.photobucket.com/albums/ee26/xdergenussx/Templer%201225/DSC03445.jpg 
http://www.foracheim.de/cms_bild.php?name=a41_image1331.jpg 
http://www.plebs.xyz/WebRoot/Store11/Shops/64041049/55EE/BE43/4135/A24A/DACB/C0A8/2BB9/E6F3/Mittelalter_Leibhemd_weiss.jpg 
http://www.ritterladen.de/out/pictures/generated/product/2/665_665_80/p3100_1.jpg 

Brouche, Bruche

bruche.jpg
Einfache Bruche
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Beschreibung: Die Brouche ist eine Art gewickelter Unterhose, die meist mit Nestelbändern geschnürt wird, den Unterleib kleidet und die Beinlinge hält. 
Material und Farbe: Leinen, fast immer ungefärbt/naturfarben bzw. weiß. Alternativ auch Baumwolle in Leinenoptik denkbar. 
Verwendung nach Geschlecht: Die Brouche wird ausschließlich von Männern getragen (eine Ausnahme bildet der Sonderfall “Waffenmagd”). 
Verwendung nach Situation: Die Brouche wird nahezu immer und zu jeder Form von Gewand getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Brouchen unterscheiden sich auch in der Verwendung quer durch die Schichten kaum voneinander. 
Varianten: Es gibt verschiedene Arten, die Brouche zu wickeln und schnüren, das Aussehen variiert vor allem in der Länge (zwischen “Boxershort” und knapp übers Knie). 
Verzierungen: Da die Brouche nicht sichtbar getragen wird, wird sie auch so gut wie nie verziert. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.larpwiki.de/RickS./Bastelanleitungen/Brouche 
http://www.larpwiki.de/Selbermachen/Bruche 
http://www.monacensis.de/tipps/gewand/In_drei_Schritten_zur_eigenen_Bruche/index.php?title=In_drei_Schritten_zur_eigenen_Bruche \\  http://www.hochmittelalter.net/Klamottenzettel/Bruche/bruche.html 
Alternativ können auch einfache Hosenschnitte abgewandelt werden. 
Weitere (OT-)Hinweise: Wer keine Bruche tragen möchte, kann statt Bruche und Beinlingen evtl.schummeln, indem er eine einfarbige Leggins oder lange Unterhose trägt. Da die Tunika den Unterleib verdeckt, sehen solche engen Hosen dann ähnlich aus wie Beinlinge. 
Beispielbilder: 
http://schuhnagel.de/shop/images/Bruche%20Vorn.JPG 
http://www.plebs.xyz/WebRoot/Store11/Shops/64041049/55EE/CF5D/4622/DADD/A658/C0A8/2BB8/52CC/Mittelalter_Bruche_lang_Leinen_2.jpg 

Strümpfe, Socken

struempfe.jpg
Damenstrümpfe 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.wh1350.at

Beschreibung: Strümpfe bzw. Socken Kleidungsstücke für die Füße und je nach Länge einen Teil der Beine. Sie reichen maximal bis unters Knie, meist jedoch nur etwas über den Knöchel. 
Material und Farbe: Wolle, oft ungefärbt, ansonsten aber jede Farbe denkbar. 
Verwendung nach Geschlecht: Da Männer Beinlinge tragen, sind Strümpfe den Damen vorbehalten. 
Verwendung nach Situation: Strümpfe werden immer getragen, außer die Schuhe werden abgelegt. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Strümpfe unterscheiden sich quer durch die Stände maximal in Qualität von Verarbeitung und Material von einander. 
Varianten: Kaum, nur die Länge varieert um ein paar Zentimeter. 
Verzierungen: Da die Strümpfe von Schuhen und Kleid verdeckt werden, sind so so gut wie niemals verziert. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://blog.mittelalter-manufaktur.de/?tag=strumpfe 
Weitere (OT-)Hinweise: Da die Strümpfe ja de facto unsichtbar sind, kann man sie wenn man möchte auch einfach durch einfache OT-Socken ersetzen. 
Beispielbilder: 
http://blog.mittelalter-manufaktur.de/wp-content/uploads/2010/04/IMG_5552-600x450.jpg 
https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=670x10000:format=jpg/path/sa7dd7ba870270993/image/i345a0de3ee46ad5b/version/1446378569/str%C3%BCmpfe-wollstoff.jpg 
http://www.volkelin.de/fileadmin/user_upload/Darstellung/Struempfe.jpg 

Kleidungsstücke im Detail: Mittelgewand

Das Mittelgewand ist die unterste Schicht Gewand, die zu zeigen in der Öffentlichkeit schicklich ist und beinhaltet meist eine Kopfbedeckung, eine Cotte/Kleid und beim Mann Beinlinge.

Kopfbedeckungen

Im Lindland ist es äußerst unüblich und gilt quer durch alle Schichten als unhöflich und unangebracht, keine Kopfbedeckung zu tragen. Bei Frauen kommt noch dazu, dass sie ihre Haare auch unter einer Kopfbedeckung kaum offen tragen und diese stets versuchen, großteils zu verdecken. Nicht extra aufgeführt wird hier die Bundhaube, welche Teil des Untergewandes ist und nur selten alleinstehend, sondern meist unter einer anderen Kopfbedeckung getragen wird und auch gesellschaftlich nicht als vollwertige Kopfbedeckung gilt. Die Kopfbedeckung ist so etwas wie das Aushängeschild des lindischen Gewandes, dementsprechen wird sie im Rahmen der Möglichkeiten stets verziert und dekoriert. So gibt es auch unzählige verschiedene Formen von Kopfbedeckungen, die alle aufzuzählen den Rahmen dieses Textes sprengen würde. Hier werden daher nur ein paar besonders markante expemplarisch aufgezählt. 

Schapel

schapel.jpg
Schapel

Beschreibung: Ein breiter Reif, meist aus Messing, aber auch aus Silber, Kupfer, Gold der als Stirnreif getragen wird. 
Material und Farbe: Meist Edelmetalle, selten Leder oder mehrfach gesteppter Stoff. 
Verwendung nach Geschlecht: Wird sowohl von Damen, als auch von Männern verwendet. Bei Frauen oft über Schleier und Gebende, bei Herren manchmal auch in Verbindung mit anderen Hüten. 
Verwendung nach Situation: Der Schapel drückt Reichtum und hohen Stand aus, ist aber nicht besonders bequem und neigt dazu, manchmal vom Kopf zu fallen, er wird also vor allem in Gesellschaft zu demonstrativem Zweck getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Der Schapel wird nur vom Adel getragen. 
Varianten: Verschiedene Materialien. 
Verzierungen: Schapel werden mit Gravuren und Prügungen verziert, sowie mit Edelsteinen besetzt. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://hochmittelalter.blogspot.co.at/2012/07/projekt-schapel-selber-machen-iv.html 
Verschiedene Larp-, Fantasy- oder Mittelaltershops im Internet bieten relativ günstige Schapel an. 
Weitere (OT-)Hinweise:
Beispielbilder: 
http://www.der-burgwaechter.de/assets/images/gruenblau.JPG 
http://www.irisbiensack.de/schmuck/schapel/schapel_24_small.jpg 
http://www.historiavivens1300.at/realien/images/schapel.jpg 
http://de-reinbach.de/bilder/bilder_darstellung/herrenkleidung/schapel2.jpg 

Schleier, Kopftuch

schleier.jpg
Schleier 

Beschreibung: Ein Tuch auf verschiedene Arten um den Kopf gewickelt, fixiert und verdeckt die Haare. 
Material und Farbe: Seide oder dünnes Leinen, meistens weiß, auch andere Farben möglich. 
Verwendung nach Geschlecht: Wird nur von Damen getragen. 
Verwendung nach Situation: Kann in den verschiedensten Situationen getragen werden. Da es sowohl für einfache Frauen aus dem Volk, als auch für adelige Damen immer unschicklich ist, ihre Haare offen und unverdeckt zu tragen, wird der Schleier nur sehr selten abgenommen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Während einfache Frauen meist gröbere und vor allem auf Hinsicht auf die Praktikabilität gewickelte Kopftücher tragen, tragen adelige Damen eher kunstvoll festgesteckte und/oder durch einen Schapel gehaltene Schleier. Verheiratete adelige Damen tragen ein sogenanntes Gebende, siehe dazu unten. 
Varianten: Es gibt viele verschiedene Arten, Kopftuch oder Schleier zu tragen, siehe dazu unten die Bastelanleitungen oder suche im Internet nach Varianten. 
Verzierungen: Vor allem Stickereien, einfache und eher grobe beim Volk, feine und aufwändige beim Adel. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.larpwiki.de/Selbermachen/KopfbedeckungF%C3%BCrDieFrau 
https://www.youtube.com/watch?v=LLQH8N8ylmY 
http://www.mittelaltersuse.de/frauenkleidung/kopftuch 
http://de.mittelalter.wikia.com/wiki/Kopfbedeckung 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/7e/44/58/7e4458b7c4552db3c7c90880adcfdde8.jpg 
https://armstreet.de/catalogue/full/mittelalter-kostuem-dame-aus-franken-tunika-kleid-und-schleier-4.jpg 
http://3.bp.blogspot.com/-e_8zZNEiJuc/T8Jz_mCoMqI/AAAAAAAAAc0/A6g_laJRh2I/s1600/IMG_0211+1.jpg 
http://www.arts-medieval.de/assets/images/Katrin_schleier4.jpg 
http://www.ig-historisches-handwerk.de/images/fachliches/kleidung/1380/55454.jpg 
https://adelheidvonfrankenberg.files.wordpress.com/2012/05/21_05_2012-195.jpg 
https://burgschneider.de/media/catalog/product/cache/1/image/950x/040ec09b1e35df139433887a97daa66f/m/i/mittelalter-tuch-kopf.jpg 
http://www.gewand-manufaktur.com/WebRoot/Store24/Shops/78334146/5526/81E0/C1BD/07BE/5634/C0A8/2AB8/E20D/Mittelalter_kopftuch.jpg 

Gebende

gebende.jpg
Schleier mit Gebende für eine verheiratete Dame 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.wh1350.at

Beschreibung: Das Gebende ist weniger eine eigene Kopfbedeckung, als ein Zusatz zu einer anderen. Es handelt sich um ein Tuch welches mehrmals um Hals und Hinterkopf geschloungen wird und so den Großteil des Kopfes bedeckt. Es wird entweder an der eigentlichen Kopfbedeckung befestigt, oder in den Haaren festgesteckt. 
Material und Farbe: Seide oder dünnes Leinen, meist weiß, auch andere Farben denkbar. 
Verwendung nach Geschlecht: Nur die Frau 
Verwendung nach Situation: Das Gebende wird nur von verheirateten, adeligen Damen getragen, wenn diese in Gesellschaft sind. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Nur Adelige. 
Varianten: Verschiedenste Möglichkeiten, siehe Bilder und Beispiele. 
Verzierungen: Stickereien möglich. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
https://www.tempus-vivit.net/bibliothek/buch/gebende 
https://selberschneidern.wordpress.com/2013/09/10/schneidern-im-mittelalter-913-nahprojekt-gebende/ 
http://www.monacensis.de/tipps/gewand/Anleitung_fuer_ein_Gebende_nach_der_Codex_Manesse/index.php?title=Anleitung_fuer_ein_Gebende_nach_der_Codex_Manesse 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://www.minnes-gewandschneiderey.de/WebRoot/Store21/Shops/78224674/5620/0093/911E/6659/559F/C0A8/2BB9/7294/Haube_mit_Gebende_Leinen_Minnes_Gewandschneiderey_m.png 
http://www.der-jagdvogt.de/index_htm_files/1716.jpg 
https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSGXa0AFQiRrQcOXjWyiKEnza1C-Bd2NkbgBLsZWDKP6Kxih8_teA  http://www.mark-meissen-1200.de/images/gewandung/schleier1.jpg 
http://www.irisbiensack.de/kopfputz/schleier_2_small.jpg 
https://diehandmaid.files.wordpress.com/2014/11/pb080744.jpg 

Strohhut

strohhut.jpg
Strohhut im typisch lindischen Stil 

Beschreibung: Ein einfacher Hut aus Stroh, eine der verbreitetsten Kopfbedeckungen im einfachen Volk 
Material und Farbe: Stroh 
Verwendung nach Geschlecht: Sowohl Männer, als auch Frauen, beide meist über eine Bundhaube. 
Verwendung nach Situation: Der Strohhut wird vor allem als Schutz gegen die Sonne bei der Arbeit getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Hauptsächlich in einfachen Volk. 
Varianten: Verschiedene Formen möglich. 
Verzierungen: Selten, wenn dann einfache Hutbänder, Federn oder Heiligenkärtchen. 
Beispiele von Bastelanleitungen: - 
Weitere (OT-)Hinweise: Manche Mittelalter-Shops bieten Strohhüte aus besonders festem Stroh in überlieferten Formen an, es sind aber auch viele einfache Strohhüte denkbar, solange die Form nicht zu modern ist. 
Beispielbilder: 
http://img0060.psstatic.com/134153487_authentisch-strohhut-damen-hut-mittelalter-larp-.jpg 
https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQH8D4PC_ruE5NxhhWNdBB98p10KQcHdEfXyel1L-6-vLcsFlr4sg 
http://www.mittelalterkraemer.de/images/maciejowski.jpg 

Chaperon

chaperon.jpg
Zwei Männer mit Chaperon 

Beschreibung: Entwickelt aus einer alternativen Trageform der Gugel, ist das Chaperon eine oppulente Kopfbedeckung aus einem dicken Wollring, einem langen, über die Schulter fallenden Stück Stoff. 
Material und Farbe: Wolle, oft gefüttert mit Seide oder Leinen. 
Verwendung nach Geschlecht: Das Chaperon wird nur von Männern getragen. 
Verwendung nach Situation: Meist zu repräsentativen Zwecken und in Gesellschaft, selten auf Reisen oder zur Arbeit. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Nur Adel 
Varianten: Das Chaperon hat sich aus der Gugel entwickelt und wird in verschiedenen “Entwicklungsstadien” getragen. 
Verzierungen: Alles was gefällt, Stickereien, aufgenähter Schmuck, Zaddeln, Applikationen, etc. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.gjar-po.sk/~kassayova9c/the%20medieval%20tailor's%20assistant.pdf (195 ff.) 
http://www.personal.utulsa.edu/~marc-carlson/cloth/hoods.html 
http://historyoffashiondesign.com/4413-2/ 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://www.kats-hats.co.uk/images/chaperon7.jpg 
http://www.kats-hats.co.uk/images/chaperon4.jpg 
http://www.kats-hats.co.uk/images/chaperon1.jpg 
http://www.kats-hats.co.uk/images/chaperon9.jpg 
http://s1.gambeson.pl/pf/2496/chaperon.jpg 
http://www.beaux-chapeaux.de/assets/images/Chaperon.JPG 

Hennin

Beschreibung: Der Hennin ist ein hoher, spitz zusammenlaufender Hut, den adelige Damen gerne über dem Gebende tragen. 
Material und Farbe: Das Gerüst ist meist aus Draht oder Fischbein, bezogen mit Leinen, Wolle oder Seide. 
Verwendung nach Geschlecht: Nur Damen 
Verwendung nach Situation: Das der Hennin furchtbar unpraktisch ist, wird er nur zu repräsentatitven Zwecken in Gesellschaft getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Nur Adel. 
Varianten: Der Hennin variiert in der Höhe, zusätzlich gibt es auch Versionen mit zwei Spitzen oder anderen, abstrakten Formen. 
Verzierungen: Alles denkbare ist möglich, je auffallender und umfangreicher verziert, desto besser. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://wp.bymymeasure.com/15th-century-butterfly-hennin 
http://lena.torps.net/medeltid/henin_how_to_makeattach_and_wear.htm 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
https://sevenstarwheel.files.wordpress.com/2011/05/me-and-girl.jpg 
http://www.kats-hats.co.uk/images/hennin/hennin5.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/2d/5c/8f/2d5c8fc42befc2ec1ac80c47a388e25d.jpg 
http://gallery.antiquecostumes.com/var/albums/masquerade/Tod_s_and_Costumes_124.jpg?m=1267264318 
http://www.kats-hats.co.uk/images/flowerpothennin/flowerpothennin1.jpg 

Weitere Kopfbedeckungen

haarsack.jpg
„Haarsack“, einfache Haube für eine Magd oder Dienstbotin 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.wh1350.at

Wie bereits erwähnt waren dies nur ein paar beispielhafte und besonders markante Varianten lindischer Kopfbedeckungen. Desweiteren gibt es für die Damen noch unzählige Haarnetze und -beutel, sowie Hüte, die gemeinsam mit dem Schleier (bei Unverheirateten) oder dem Gebende (bei den Verheirateten) getragen werden. Bei den Herren ist die Vielfalt noch größer, so finden sich hier die verschiedensten Kappen, Mützen oder Hüte. Bei der Kopfbedeckung kann grundsätzlich der Kreativität freier Lauf gelassen werd * en. Zu bedenken sind nur folgende Grundregeln: 

  • Eine Frau trägt ihre Haare nicht offen und immer teilweise oder ganz bedeckt.
  • Eine unverheiratete Adelige trägt (ausschließlich oder zusätzlich zu anderen Kopfbedeckungen) einen Schleier.
  • Eine verwitwete Adelige trägt während der einjährigen Trauerzeit noch ein Gebende, danach gilt sie wieder als unverheiratet und trägt nur Schleier
  • Eine verheiratete Adelige trägt (ausschließlich oder zuästzlich zu anderen Kopfbedeckungen) eine Form des Gebendes, also einen Schleier, der auch unterm Kinn gebunden ist.
  • Eine Frau aus dem einfachen Volk trägt entweder eine Form des Kopftuches oder eine Bundhaube unter der Kopfbedeckung.
  • Männer tragen oft Bundhauben unter ihren Hüten, vor allem, wenn diese die Haare kaum bedecken.
  • Adelige tragen seltener Bundhauben, als Männer aus dem einfachen Volk.

Folgende Links sollen als Inspiration dienen: 
http://www.tempora-nostra.de/Detail_wimpel1,sid8,kontext48.shtml (Wimpel, Kopfbedeckung für die einfache Frau) 
http://www.tempora-nostra.de/Detail_wimpel2,sid8,kontext48.shtml (Wimpel, alternative Form, Kopfbedeckung für die einfache Frau) 
http://wh1350.at/de/kleidung/einfacher-haarsackhaube/ (die sogenannte „Birgitta-Haube“, eine sehr einfache Haube bzw. Haarsack für einfache Frauen) 
http://gewandungen.de/anleitungen/frauenkopf/frauen.html 
https://www.leben-im-mittelalter.net/alltag-im-mittelalter/kleidung-im-mittelalter/kleidungsstuecke/kopfbedeckungen.html 
http://www.larpwiki.de/LarpSchnittMuster#Kopfbedeckungen 
http://www.wurfaxt.de/2008/01/05/einfache-kopfbedeckung-jaegerhut/ 
http://gewandung.de/gewandung_kopfbedeckungen_m.shtml 
http://gewandungen.de/anleitungen/frauenkopf/manner/england.html 
http://gewandungen.de/anleitungen/frauenkopf/manner/deutch.html 
http://www.kostenlose-schnittmuster.de/mittelalter-larp-linkliste/ 
http://www.landsknechtsrotte.de/reenactorsworld/shop/prod/img/schlauchmuetze-1.jpg 
http://www.nuernberg1380-1400.de/wp-content/uploads/2008/12/schlauchmutzeklein.jpg 
http://www.silberrabe.com/wp-content/uploads/2014/11/2014-11-09_larp_orktrutz_h%C3%BCte_02.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff197_image1.jpg 
http://www.by-micky.de/mediapool/87/873514/resources/30338827.jpg 
http://www.malleus-paganorum.de/bilder/sachkultur/bilder_kleidung/gebende1.jpg 
http://www.diegewandschneidervonavalon.de/p/mittelalter-zubehoer/003-junker-hut.jpg 
http://www.diebehueterin.de/bilder/fmittelalter/images/Bilder/Bilder/Jagdhut-10-Peter-Maurer-000.gif 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff161_image1.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/c4/4e/13/c44e1338743db063a38c9d028da0cf6f.jpg 
http://www.michaelvonauenburg.de/wpimages/wpff7824d9_05_06.jpg 
http://www.beaux-chapeaux.de/assets/images/JagdhutJenny.JPG 
http://www.terra-vestis.de/images/hut.jpg 
http://larperzon.com/wp-content/uploads/2016/03/Jagdhut-55-Warek-005-518x389.jpg 

Kleid

Das Kleid ist das wichtigste Kleidungsstück in der lindischen Mode. Es repräsentiert nach außen, schützt vor Kälte und sollte auch unter weiter oben getragenen Kleidungsschichten noch zu sehen sein. Wird über dieser Schicht kein Obergewand getragen, wird sie mit einem Gewandgürtel etwa auf Höhe der Taille gegürtet. 

Cotte, Cotta, Kittel, Tunika, Chemise,...

cotte.jpg
Edle Cotte aus purpurner Seide 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Beschreibung: Der Kittel (bei Frauen auch oft einfach (Unter)Kleid) ist ein einfaches Kleidungsstück, meist in einem einfachen T-Schnitt das in vielen verschiedenen Varianten getragen wird und in seinen vielen Formen das wichtigste Kleidungsstück der lindischen Mode darstellt. Während die Länge variiert (va. bei den Herren), sind die Ärmel meistens eher eng und bis zum Handgelenk lang (um das darunterliegende Untergewand zu verdecken). 
Material und Farbe: Meist Wolle (meist dann, wenn kein Obergewand darüber getragen wird und natürlich im Winter; besonders feine, hochwertige Wolle in schönen Farben wird gern vom Adel verwendet) oder Leinen (im Sommer und dann, wenn darüber noch ein Obergewand getragen wird), selten auch Seide, Damast oder Brokat (jeweils ausschließlich von Wohlhabenden). Der Kittel wird oft gefüttert, wobei das Futter (unabhängig vom Oberstoff) fast immer Leinen (oder Seide, wenn’s besonders teuer und edel sein soll) ist. An Farben ist alles denkbare möglich (siehe Farbenkunde unten). 
Verwendung nach Geschlecht: Der Kittel wird in seinen verschiedenen Formen von beiden Geschlechtern getragen. Die Frau trägt ihn in Form eines Kleides stets bodenlang und oft (vor allem in höheren Schichten) mit engerer Taille und dafür weit auslandendem Rock, der Mann trägt ihn in verschiedenen Längen (mindestens bis unter den Schritt bis hin zu bodenlang). Bei der Frau ist der Kittel vorn stets geschlossen, beim Mann manchmal vom Schritt abwärts geschlitzt (“Reitschlitze”, vor allem beim Adel und solchen, die von Berufs wegen reiten beliebt). 
Verwendung nach Situation: Der Kittel wird selten ausgezogen (dies würde ja die darunter liegende Unterkleidung offenbaren. Wer es sich leisten kann, hat verschiedene Kittel/Kleider, grob und robust für die Arbeit, dick, gefüttert und warm für Reisen und Jagd, schön und verziert für Feste etc. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Formen des Kittels werden durch alle Schichten getragen. Dabei unterscheidet sich vor allem Qualität der Stoffe und Verzierungen. Vor allem die Damen höheren Standes lassen sich ihre Kleider tailliert schneidern. 
Varianten: Diverse, bspw. Länge (zwischen knapp unterm Schritt und bodenlang, nur bei Herren), Schnitt (gerade oder tailliert), Kragenöffnung (weit, eng, mit Nesteln oder Knöpfen zu schließen). 
Verzierungen: Der Kittel ist eines der sichtbarsten Kleidungsstücke und wird daher quer durch alle Schichten je nach den entsprechenden Möglichkeiten gerne verziert. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig, Säume werden in Form von Zaddeln gearbeitet oder mit Borten besetzt, Stickereien und Appliaktionen sind genau so möglich wie Broschen und Zinnabzeichen oder der Besatz mit Fellen und Pelzen. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.larpwiki.de/Selbermachen/Kotte#Kotte 
http://seegras.discordia.ch/Medieval/Kleidung/Cotte.phtml 
http://www.gewandnaeherin.de/gewandnaeherinneu/pattern/kleid.html 
http://www.larp.com/midgard/gown.htm 
Auch sämtliche Schnittmuster, die oben unter “Hemd” angegeben sind, sind hier anwendbar (die Länge muss evtl. adaptiert werden). 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://www.medieval-market.com/img/ladys_cotte_0n.jpg 
http://www.medieval-market.com/img/mens_cotte_type3_2n.jpg 
http://pre14.deviantart.net/642e/th/pre/i/2012/099/f/5/cotte__underdress__cca_1350_by_chamirrala-d4virp2.jpg 
http://www.gewandschneider.de/referenzen/cotte11.jpg 
http://www.kostym.cz/Obrazky/8_Krejcovstvi/04_Vera/VIII_04_21.jpg 
http://www.medieval-market.com/img/cotte_simple_t2_0n.jpg 
http://www.terra-vestis.de/images/Cotte2.jpg 
http://www.medieval-market.com/img/cotte_simple_t3_0n.jpg 
http://www.medieval-market.com/img/mens_cotte_type2_1.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/03/6d/a0/036da00b9df4092b83f5dad4ba1a7bd1.jpg 
http://en.slavmedievalshop.com/165-thickbox_default/cotte-13th-century-dress.jpg 
http://img.webme.com/pic/d/die-jakobsritter/gecotte2.jpg 
http://en.slavmedievalshop.com/182-large_default/cotte-13th-century-dress.jpg 
http://www.kramjanettee.pl/wp-content/gallery/cotte/cotte_male_0.jpg 
http://www.medieval-market.com/img/mens_cotte_type1_2nn.jpg 
http://www.medieval-market.com/img/mens_cotte_type2_0.jpg 

Cotehardie

cotehardie.jpg
Schlichte Cotehardie 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.wh1350.at

Beschreibung: Die Cotehardie ist eine spezielle, als sehr schick und modern geltende Form des Kittels, das an Ärmeln und Oberkörper durch enge Knopfreiehen sehr eng sitzt und dafür unter dem Gürtel durch das Einsetzen von einigen Dreiecken (“Geren”) einen besonders ausladenden Rock erhält. Sie wird vor allem in größeren, lindischen Städten statt dem Kittel getragen. 
Material und Farbe: Meist dünne, schöne Wolle. Oft auch gefüttert, dann mit Leinen (oder selten mit Seide). Alle denkbaren Farben sind möglich, da die Cotehardie ein aufwändiges Kleidungsstück ist, das vor allem von Wohlhabenden getragen wird, ist sie auch meistens in eher hellen, schönen Farben zu sehen. 
Verwendung nach Geschlecht: Wird sowohl von Männern, als auch von Frauen getragen. Bei Männern meistens bis zur Mitte des Oberschenkels bzw. bis zum Knie, bei Frauen stets bodenlang. Der Schnitt unterscheidet sich vor allem im Oberkörperbereich wo er eng anliegt, da Männer und Frauen ja naturgegeben unterschiedliche Körperformen haben. 
Verwendung nach Situation: Die Cotehardie wird meist nicht zum Kampf oder zur körperlichen Arbeit, sondern vor allem bei gesellschaftlichen Anlässen getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Die Cotehardie ist schwerer herzustellen und etwas unpraktischer als normale Kleider bzw. Kittel und wird daher vor allem von Wohlhabenden bzw. Adeligen getragen. 
Varianten: Bei Mann kann die Länge variieren. Je mehr Geren in den Rock eingenäht werden, desto ausladender und weiter fällt die Cotehardie unten. 
Verzierungen: Es ist modisch, eine Cotehardie nicht zu aufwändig zu verzieren. Wenn, dann vor allem mit Stickereien, während Zaddeln oder Borten hier nur selten zum Einsatz kommen. 
Beispiele von Bastelanleitungen: http://www.caitlinsclothing.com/cotehardie.html 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/564x/7e/e5/66/7ee566998cf976f899d95469d0eaf531.jpg 
http://koshka-the-cat.blogspot.co.at/2014/05/cotehardie-construction.html 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff267_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff232_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff302_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff91_image1.jpg 
http://www.medievaldesign.com/restricted/immagini/1grande_2053.jpg 
http://amtwiki.net/amtwiki/images/5/51/Underarm.jpg.jpeg 
http://www.faerie-queen.com/wp-content/uploads/2013/04/bluebrowncote01.jpg 
http://www.extremecostuming.com/images/334_pink_wool_cotehardie_2008.jpg 
http://www.blackhart.org/SCA/images/prince01.jpg 
https://sites.google.com/site/shellmarb/DSCN5248.JPG 
http://www.diu-minnezit.de/rolle_bild.php?name=r1_role_additional_14.jpg 

Beinkleider

Die typisch lindische Beinbekleidung sind die Beinlinge. Nackte Beine zu zeigen gilt bei beiden Geschlechtern als unsittlich, Damen tragen daher meist bodenlange Gewänder, Männer fast immer Beinkleider. 

Beinlinge

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Beinlinge an einer Bruche befestigt 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Beschreibung: Die Beinlinge sind eine Art von engen Strümpfen bzw. “Hosenbeinen”, die über das Bein gezogen und dann mit Nestelbändern an der Brouche befestigt werden.
Material und Farbe: Beinlinge sind fast immer aus dünner Wolle (im Winter auch aus dickerer) gefertigt, wobei diese beim Schneiden diagonal gelegt wird, um den Beinling elastisch zu machen. An Farben sind alle denkbar, wobei natürlich der Zweck der Kleidung eine Rolle spielt. Bei einfachen Bauern sind auch die Beinlinge meist in einfachen, matten Farben gehalten, bei der Herrschaft hingegen auch oft in teuren, strahlenden Farben. 
Verwendung nach Geschlecht: Beinlinge werden ausschließlich von Männern getragen, die einzige Ausnahme bildet der Sonderfall “Waffenmagd”. 
Verwendung nach Situation: Da es unsittlich wäre, seine nackten Beine zu zeigen, werden Beinlinge in nahezu jeder Situation getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Beinlinge werden quer durch alle Schichten getragen. Beim Volk sind sie meist einfärbig und aus gröberem Stoff, beim Adel hingegen aus feinerer Wolle und teilweise verziert. 
Varianten: Beinlinge werden klassischerweise vorne an der Brouche festgenestelt, es gibt aber auch Varianten, die an den Seiten befestigt werden oder gar an mehreren Punkten. Selten wird auch ein enges Wams über dem Hemd getragen und die Beinlinge an diesem und nicht an der Brouche befestigt. Eine weitere Variante sind Beinlinge mit Fußteilen die dann entweder einem Socken gleich im Schuh getragen werden, oder mit einer aufgenhähten Ledersohle ohne Schuhe getragen werden. Gerade wenn die Beinlinge oft für harte, körperliche Arbeit getragen werden, werden besonders stark beslastete Teile wie die Knie oft mit einem dickeren Flicken Stoff benäht, um ein Durchscheuern oder Reißen zu verhindern. Gerne werden über Beinlingen schmale Lederriemen ums Knie getragen (Knieriemen), welche dein Beinling fixieren und den Zug an der Bruche verringern. 
Verzierungen: Beinlinge werden eher selten verziert getragen, da sich nicht viele Möglichkeiten dazu anbieten. Möglich ist die Variierung von Stoffen oder das Besticken, sowie das Punzieren oder Färben der Knieriemen. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.gewandungen.de/anleitungen/beinlinge.html 
http://www.flinkhand.de/index.php?gewand_beinlinge 
http://www.berwelf.de/artikel/anleitungen/kleidung1300.pdf (Kapitel Beinlinge) 
Weitere (OT-)Hinweise: Wer aus welchen Gründen auch immer keine Beinlinge tragen möchte, kann hier schummeln, indem er statt Brouche und Beinlingen eine enge Leggnis oder lange Unterhose aus schlichtem, einfärbigem Stoff (evtl. selbst mit einfacher Stoffarbe gefärbt) trägt. Da Kittel und Obergewand den Schritt bedecken, sehen die eng angliegenden Hosenbeine dann ein wenig nach Beinlingen aus. 
Beispielbilder: 
http://mittelalterland.de/images/product_images/popup_images/5519_0.jpg 
http://www.ritterbedarfs-handel.com/WebRoot/Store15/Shops/63864983/52AD/A7BB/E0FA/05D9/B04D/C0A8/2AB9/17AB/MH-CL0309_000.jpg 
http://i.ebayimg.com/images/i/251538587285-0-1/s-l1000.jpg 
http://www.mittelalterkraemer.de/images/beinlinge.jpg 
http://i.ebayimg.com/t/Beinlinge-Walkloden-Kochwolle-Mittelalter-20-Farben-/00/s/MTYwMFgxMDQz/z/MPMAAMXQ3kNTfz0M/$_35.JPG 
http://www.mittelalter.net/bilder/bruche-mit-beinlingen-mittelalter-hose--09362.jpg 
http://www.mittelalterkraemer.de/images/beinlingguertel.jpg 

Kleidungsstücke im Detail: Obergewand

Das Obergewand besteht aus der Gugel und ihren Verwandten, sowie aus Surcotes oder anderen Gewändern, die über einem Kittel getragen werden. Es zechnet sich dadurch aus, dass es nicht immer getragen werden muss, weil sich mit dem Mittelgewand schon darunter eine Schicht befindet, die zu zeigen nicht unschicklich ist.

Gugel

Die Gugel gilt sprichwörtlich als das “Lieblingskleidungsstück der Linden”. Sie passt weder vollkommen zum Obergewand, noch zum Übergewand, weswegen sie hier als eigene Kategorie angeführt ist. 

Die Gugel

gugel.jpg
Schlichte Gugel 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Beschreibung: Ein breiter, den ganzen Hals- und Schulterbereich umfassender Kragen mit einer Kapuze. Sie dient sowohl als Schutz vor Wind und Wetter, als auch vor allem dem einfachen Volk als Symbol lindischer Identität. Manch männlicher Linde würde wohl eher schwitzen, als die Gugel abzulegen. 
Material und Farbe: Die Gugel ist fast immer aus Wolle, meist eher dick und grob. Sie kann sowohl gefüttert, als auch ungefüttert getragen werden, wenn, dann ist das Futter aus Leinen. Als Farben sind alle denkbaren möglich. 
Verwendung nach Geschlecht: Männer tragen viel häufiger Gugeln als Frauen. Frauen tragen sie meist nur dann, wenn sie sie wirklich aus Schutz vor Nässe oder Kälte brauchen, Männer tragen sie quer durch alle Schichten gerne “aus Stilgründen”. 
Verwendung nach Situation: Abhängig von Geschlecht und Stand. Siehe dort. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Beim einfachen Volk ist die Gugel sehr weit verbreitet. Bei den Männern gehört sie fast überall zur üblichen und alltäglichen Tracht, bei den Frauen zwar weniger, aber bei der Arbeit draußen wird sie gern getragen. Beim männlichen Adel wird die Gugel gern zur Jagd getragen. Zu gesellschaftlichen Anlässen kann man sie auch anziehen, sie kommt aber seltener vor, als beim einfachen Volk. Wenn, dann ist sie oft aus dünnerem Stoff mit etwas kürzerem Kragen, also eindeutig eher der Zierde, denn der Wirkung wegen. Adelige Damen tragen nur sehr selten Gugeln, wie bereits erwähnt, greifen sie nur dann darauf zurück, wenn diese tatsächlich dringend benötigt wird, also zb. auf Reisen. 
Varianten: Manche Gugeln haben hinten einen langen Zipfel an der Kapuze (als Schmuck oder zum um den Hals Wickeln bei Kälte), andere nicht. Gugeln unterscheiden sich ansonsten vor allem durch die breite des Kragens. Wärend manche Gugeln vorne nur auf die Brust und seitlich bis zu den Schultern reichen, bedecken andere den Oberkörper bis zu den Ellbogen und dem oberen Bauch. Verschieden sein kann auch die Form des Kragens, welche zwar standardmäßig rund ist, aber auch in anderen Formen vorkommt, zb. mit einer Spitze vorne und hinten, oder generell in aufwändigen, schmückenden Formen beim Adel. Außerdem gibt es einige Gugeln, die vorne nicht geschlossen, sondern offen sind und mit einem Knopf oder mit Nestelschnüren geschlossen werden. 
Verzierungen: Da die Gugel gut sichtbar ist, wird sie gerne auf die verschiedensten Arten verziert. Sehr beliebt sind Zaddeln, Borten oder Pelzbesätze, aber auch Applikationen, Stickereien oder die Anbringung von schmückenden Elementen (zb. Zinnabzeichen) sind weit verbreitet. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.weltdeslarp.de/jalindro/gugel.html 
http://www.gewandnaeherin.de/gewandnaeherinneu/pattern/gugel.html 
http://www.larpwiki.de/GugelMitFutter 
http://seegras.discordia.ch/Medieval/Kleidung/Gugel.phtml 
Weitere (OT-)Hinweise: 
Beispielbilder: 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff249_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff84_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff94_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff278_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff250_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff69_image1.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_gross.php?f=stuff95_image1.jpg 
http://www.drachenhort.ch/media/images/org/300117.jpg 
http://blog.mittelalter-manufaktur.de/wp-content/uploads/2010/05/190520101760-600x450.jpg 
https://burgschneider.de/media/catalog/product/cache/1/image/950x/040ec09b1e35df139433887a97daa66f/m/i/mittelalter_kopfbedeckung.jpg 
http://authentische-gewandung.de/wp-content/uploads/2013/02/100_2591-e1360707393276.jpg 
https://www.larp-fashion.de/media/image/fb/50/33/woll-gugel-im-5026_1_600x600.jpg 

Oberkleid

Das Oberkleid bildet die Schicht, die direkt über dem Kittel getragen wird. Sie zeichnet sich im Gegensatz zu diesem meist dadurch aus, dass sie weiter, offenherziger und oft auch etwas kürzer ist und so die darunter liegende Schicht (den Kittel) auch noch erkennen lässt. Im Vergleich zu diesem ist sie auch nicht zwingend erforderlich und viele Gewänder kommen ohne Oberkleid aus. Getragen wird sie immer aus einem von zwei Ursachen. Entweder, weil die Witterung eine zusätzliche Schicht Kleidung notwendig macht, oder aus optischen Gründen. Meist wird nur “eine Schicht”, also ein Kleidungsstück als Oberkleid getragen, aber bei besonderer Kälte oder ausfallend pompösen Gewändern reicher Adeliger soll es auch schon vorgekommen sein, dass mehrere Formen übereinander getragen wurden.  Wird ein Oberkleid getragen, dann liegt der dünne Gewandungsgürtel natürlich nicht schon über dem Kittel, sondern erst über dem Oberkleid (Ausnahme “Höllenfensterkleid”, siehe unten), auch hier wieder auf Höhe der Taille. 

Surcote, Oberkittel

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Edles Surcote aus blauer Seide mit gelbem Futter, ohne Ärmel 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Beschreibung: Das Surcote ist ein Kleidungsstück, das in seinem grundsätzlichen Schnitt dem Kittel stark ähnelt, jedoch meist etwas kürzer und weiter ist und darüber getragen wird. Die Ärmel sind ebenso meist kürzer und weiter ausladend. Das Ziel ist meist, sowohl den Kittel, als auch das Surcote gut erkennen zu können. 
Material und Farbe: Das Surcote ist meist aus Wolle, oft mit einem Leinenfutter. Besonders teure Stücke sind aus Seide, Brokat oder Damast. Alle denkbaren Farben sind möglich. 
Verwendung nach Geschlecht: Sowohl Männer, als auch Frauen tragen Surcotes. Der Schnitt des Surcotes orientiert sich häufig am darunter getragenen Kittel. Sollte das Unterkleid/der Kittel tailliert sein, so ist dies meist auch das Oberkleid/Surcote. Bei Männern ist das Surcote oft vorne mit einem Reitschlitz versehen (wenn der Kittel darunter auch einen hat, dann sowieso, aber manchmal auch dann, wenn der Kittel darunter keinen hat, als optisches Element). 
Verwendung nach Situation: Das Surcote wird nicht immer getragen, sondern nur, wenn der Anlass passt. Entweder dann, wenn es so kalt ist, dass eine zusätzliche Schicht notwendig ist, oder wenn man sich in Gesellschaft begibt und möglichst gut dabei aussehen möchte. Natürlich unterscheiden sich die zu diesen Zwecken verwendeten Kleidungsstücke meist. Während man gegen die Kälte meist einfach etwas weitere Kittel überzieht, haben Surcotes, die man aus optischen Gründen trägt, meist viele ausladende und schmückende Elemente. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Surcotes werden in allen Schichten getragen, weitaus häufiger sieht man sie aber in wohlhabender Gesellschaft. 
Varianten: Das Surcote kommt in den verschiedensten Varianten vor. Die Länge schwankt zwischen schritt- und bodenlang (und kann im Gegenteil zum Kittel auch bei Damen kürzer als bodenlang sein) und orientiert sich meist am darunterliegenden Kittel, wobei versucht wird, jeweils etwas kürzer als dieser zu sein und ihn dadurch sichtbar zu machen. Die Ärmellänge variiert ebenso. Es gibt Surcotes komplett ohne Ärmel, mit kurzen oder mit langen Ärmeln, wobei auch bei diesen ein Streifen des Kittels sichtbar bleiben sollte. Ebenso unterschiedlich fällt die Form der Ärmel aus. diese können einfach etwas weiter sein als beim Kittel, ebenso auslandend (“Trichter-” oder “Trompetenärmel”) oder gar auf einer Seite offen (“Scheinärmel”). Auch der Halsausschnitt kann ganz nach Geschmack gestaltet werden, von eng und mit Nesteln oder Knöpfen geschlossen bis hin zu sehr weit, so dass der Halsausschnitt des Kittels darunter gut sichtbar bleibt. Der Schnitt des Oberkleids/Surcotes orientiert sich am Kleid/Kittel darunter und ist meist ähnlich, nur etwas weiter. 
Verzierungen: Das Surcote wird meist aus rein optischen Gründen getragen. Demnach ist es selbstverständlich, dass auch hier jede Möglichkeit zur Verzierung genutzt wird. Zaddeln, Borten, Applikationen, Stickereien, aufgesteckter bzw. aufgenähter Schmuck, Pelzbesatz, etc., hier ist schier alles denkbare möglich. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
Die Schnittmuster sind die selben, wie bei den Kitteln angegeben, nur eben etwas kürzer, weiter und mit angepassten, evtl. anderen Ärmeln. 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://s1.gambeson.pl/pf/2348/surcoat.jpg 
https://img0.etsystatic.com/021/1/7707951/il_570xN.569438080_bya3.jpg 
http://www.historicalcostumes.nl/The_Late_Middle_Ages/14th_Century_Surcote_with_peaked_sleeve.jpg 
http://www.cloakedanddaggered.com/wp-content/uploads/2009/02/helen-and-susan-at-goodrich-3.jpg 
http://www.historicalcostumes.nl/The_High_Middle_Ages/13th_Century_Sleeveless_Surcote.jpg 
https://img0.etsystatic.com/101/1/11740083/il_570xN.850981440_xrzg.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/564x/17/8c/84/178c84725b92a38eef26f219048fb8a8.jpg 
http://www.gewand-manufaktur.com/WebRoot/Store24/Shops/78334146/5525/24A5/0574/C059/B449/C0A8/2BBA/45D2/Spaetmittelalter_Surcote.jpg 
http://s1.gambeson.pl/pf/2352/surcoat.jpg 
http://s1.gambeson.pl/pf/1442/surcote.jpg 

Bliaut


Edles Bliaut mit Seidenfutter und Trompetenärmeln 
Beschreibung: Der Bliaut ist eine Sonderform des Surcotes, der statt diesem getragen werden kann. Anstatt seitlich geschlossen zu sein, ist er auf Höhe der Hüfte offen und mit einer Schnürung versehen, über die er passend tailliert wird. 
Material und Farbe: Meist dünne, feine Wolle oder Seide, selten Leinen. Alle denkbaren Farben möglich, meist eher kräftige, schöne Farben. Verwendung nach Geschlecht: Der Bliaut wird von Männern und Frauen getragen, wobei ersteres häufiger vorkommt. 
Verwendung nach Situation: Der Bliaut wird nur zu Repräsentationszwecken und zu gesellschaftlichen Anlässen getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Der Bliaut ist schwer herzustellen und besteht meist aus teurem Stoff, daher kommt er beim Volk nur sehr selten vor und wird meist nur von reichen Bürgern oder Adeligen getragen. 
Varianten: Variiert wird die Länge (meist etwas kürzer als der darunter getragene Kittel) und die Form der Ärmel, wobei viele Formen vorkommen (Trompetenärmel, Trichterärmel, kurze Ärmel, Scheinärmel, etc.). 
Verzierungen: Es gilt selbiges wie beim Surcote, alle möglichen Formen der Verzierungen sind vorstellbar. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/45/7f/4c/457f4cffad91215e58341c56b3377411.jpg 
http://seraya.jimdo.com/n%C3%A4hstube-1/bliaut/ 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://blog.mittelalter-manufaktur.de/wp-content/gallery/mittelalter-manufaktur/bliaut-3.jpg 
http://www.minnes-gewandschneiderey.de/WebRoot/Store21/Shops/78224674/55C9/A2B6/32F8/251D/2C78/C0A8/2AB9/38D7/40101_ml.jpg 
http://1.bp.blogspot.com/-Rkue8VsXrpc/Ty0jRxlAJwI/AAAAAAAAALw/eWmiB3DZWco/s1600/P1060202+1.jpg 
http://www.schloss-schneiderin.de/e107_plugins/autogallery/Gallery/1.Mittelalter/Damengewaender/Bliaut_Rot.JPG 
http://www.faerie-queen.com/wp-content/uploads/2011/02/greenbliaut06.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/d3/50/c0/d350c0a13d96702bb0313a94537855c5.jpg 
https://bellflowercostuming.files.wordpress.com/2011/04/bliaut-side.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/79/c1/a4/79c1a4b726812a34f94f8940643bb14b.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/fa/87/aa/fa87aab4fc73777b5202e416ba75092c.jpg 
http://www.schloss-schneiderin.de/e107_plugins/autogallery/Gallery/1.Mittelalter/Damengewaender/Bliaut_Blau_.JPG 

Houppelande, Tabbert

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Einfache Houppelande 

Beschreibung: Die Houppelande ist ebenso eine Sonderform des Surcote deren Besonderheit die übermäßig ausladenden Ärmel und vor allem die enorme Stoffmenge ist, die gerafft und mit dem Gürtel fixiert wird, wodurch viele Falten und ein oppulenter Rock entstehen. 
Material und Farbe: Wolle, Futter aus Leinen oder Seite. Kräftige, teure Farben. 
Verwendung nach Geschlecht: Wird von Männern und Frauen gleichermaßen getragen. 
Verwendung nach Situation: Aufwändiges und besonders Gewand, wird nur zur Repräsentation und zu gesellschaftlichen Anlässen getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Nur Adel. 
Varianten: Die Länge variiert zwischen knie- und bodenlang. Selten kommen andere Ärmelformen als die extrem auslandenden Trompetenärmel vor. 
Verzierungen: Sehr häufig finden sich an Armen und unterem Saum Zaddeln oder breiter Pelzbesatz, aber auch alle anderen Formen von Verzierung sind denkbar. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.chezirene.com/articles/drafthoup.html 
http://www.lordcheney.com/rekonstruktionen/schnittmuster/houppelande-version-3.html 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://s2.gambeson.pl/pf/1533/houppelande.jpg 
https://dehuntington.files.wordpress.com/2010/04/irish-feast-2010-cristiana.jpg 
http://www.historical-costumes.eu/01_Fotos_Mittelalter/Houppelanden/Gruen_Schacht/Houppelande_Schacht_vorne_gross.jpg 
http://www.historical-costumes.eu/01_Fotos_Mittelalter/Houppelanden/Creme/Houppelande_creme_vorne_gross.jpg 
https://c1.staticflickr.com/1/42/84477152_c7bb0dabd0.jpg 
http://pre04.deviantart.net/dd1c/th/pre/i/2010/284/1/f/houppelande__full_length_by_medieval_squirrel-d30jl8l.jpg 
http://medieval.mrugala.net/Vetements/Images/Houppelande.jpg 
http://www.historical-costumes.eu/01_Fotos_Mittelalter/VORSCHAU/Houppelande_blau_gross.jpg 

Höllenfensterkleid

hoellenfensterkleid.jpg
Einfaches Höllenfensterkleid 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.wh1350.at

Beschreibung: Das so genannte Höllenfensterkleid ist eine letzte Sonderform des Surcote bei der keine Ärmel angebracht sind und die Armlöcher bis zur Hüfte nach unten gezogen werden, so dass von der Seite ein sündiger Blick durch die “Höllenfenster” ermöglicht wird (der selbst verständlich nur auf den Kittel und nichts weiter fällt). 
Material und Farbe: Wolle oder Leinen, oft gefüttert, dann mit Leinen. Selten auch Seide, Damast oder Brokat. Alle denkbaren Farben möglich. 
Verwendung nach Geschlecht: Das Höllenfensterkleid wird ausschließlich von Frauen getragen. 
Verwendung nach Situation: Das Höllenfensterkleid wird hauptsächlich zu gesellschaftlichen Anlässen getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Das Höllenfensterkleid gilt als die Form des Oberkleids, das am ehesten auch in niederen Schichten getragen wird, so ist das Taranstagskleid vieler einfacher Bäuerinnen (wenn sie denn überhaupt ein solches besitzen) eines mit Höllenfenstern. Trotzdem erfreut sich diese Form auch bei Damen von Stand großer Beliebtheit (wohl auch deshalb, weil es bequemer zu tragen ist, als bspw. ein Bliaut), dann aber meist aufwändiger gearbeitet und verziert. 
Varianten: Das Ausmaß der “Höllenfenster” variiert, so gibt es solche, bei denen es wirklich nur größere Armlöcher sind, bishin zu solchen, bei denen nur mehr ein recht schmaler, senkrechter Streifen die Brust und den Rücken bedeckt. 
Verzierungen: Wie bei fast allen Oberkleidern gilt auch hier, dass fast alle Formen von Verzierungen passend sind. Besonders beliebt sind Borten oder Pelzbesatz entlang den Rändern der “Höllenfenster”. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.gewandnaeherin.de/gewandnaeherinneu/pattern/hoelle.html 
Weitere (OT-)Hinweise: Während alle anderen Obergewänder unter dem Gürtel getragen werden, wird das Höllenfensterkleid meistens über dem Gürtel (der also schon am Kittel liegt) getragen. 
Beispielbilder: 
http://www.brautkleider-nach-mass.de/Neue_Dateien/bilder/Hoellenfenster-4.jpg 
http://wh1350.at/wp-content/uploads/2014/01/Liechtenstein-_2013-09-28_0844__196.jpg 
https://almerlin.de/wp-content/uploads/2015/10/2015-10Mittelaltergewand-Hoellenfensterkleid-2004.jpg 
https://genaehtephantasien.files.wordpress.com/2011/09/2frauen-in-leinensurkots.jpg 
http://assets.burdastyle.com/project_images/assets/000/136/735/surcote_large.jpg?1282553001 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/71/96/20/719620bdfbeee4ad1f9cd73dee4a69ff.jpg 
http://www.karen.htmlcreators.com/meburda7977surcote-1.jpg 

Schürze

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Schlichte Schürze einer Dienstmagd 

Beschreibung: Während die meisten Obergewänder der Optik dienen, wird die Schürze aus praktischen Gründen getragen, nämlich um den Rock des Unterkleides bzw. Kittels zu schützen. 
Material und Farbe: Meistens Leinen, fast immer ungefärbt/naturfarben bzw. weiß. 
Verwendung nach Geschlecht: Schürzen werden großteils von Frauen getragen. Ausnahmen bilden manche Berufsstände wie beispielsweise Feldscher oder Metzger. 
Verwendung nach Situation: Männer tragen die Schürze meist wirklich nur während der schmutzigen Arbeit, bei einfachen Frauen hingegen ist sie oft Teil der alltäglichen Tracht. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Schürzen werden meist nur vom arbeitenden Volk getragen. 
Varianten: Schürzen bedecken entweder nur den Rock des Kleides, oder aber auch den Brustbereich. 
Verzierungen: Auf Schürzen kommen Verzierungen sehr selten vor, dienen diese doch meistens wirklich nur praktischen Überlegungen. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.larpwiki.de/RickS./Bastelanleitungen/Sch%C3%BCrze 
Weitere (OT-)Hinweise:
Beispielbilder: 
http://cdn01.trixum.de/upload2/f/s/fs81kTtPaXNw135145148448P344.jpg 
https://armstreet.de/catalogue/full/mittelalter-leinenschuerze-rothaarige-elise.jpg 
https://adelheidvonfrankenberg.files.wordpress.com/2012/05/21_05_2012-195.jpg 
http://cdn01.trixum.de/upload2/Z/O/ZOrMKduPqWt9135066123896P344.jpg 
https://armstreet.de/catalogue/full/mittelalter-leinenschuerze-vergissmeinnicht.jpg 

Kleidungsstücke im Detail: Übergewand

Das Übergewand ist die Schicht, die ausschließlich gegen Wind und Wetter getragen wird und daher drinnen auch abgelegt werden kann. 

Umhang, Halb-/Dreiviertel-/Vollkreismantel,...


Umhang 

Beschreibung: Der Umhang ist die am weitesten verbreitete Form der Überkleidung im Lindland. Er besteht meist aus einem Halb-, Dreiviertel, oder vollem Kreis aus Stof mit einer Aussparung für den Kopf und wird am Hals geschlossen. 
Material und Farbe: Meistens sehr dicke Wolle, alle Farben sind denkbar, wobei im Volk meist einfache Braun- und Grautöne vorkommen. 
Verwendung nach Geschlecht: Der Umhang wird sowohl von Männern, als auch von Frauen getragen. Während Frauen ihn meist nur dann überziehen, wenn sie ihn wirklich als Schutz vor Kälte oder Nässe benötigen, gilt es in manchen Gegenden für Männer auch als schick, einen Umhang zu tragen (dann meist einen nicht ganz so dicken und nicht ganz so weiten). 
Verwendung nach Situation: Der Umhang wird stets dann getragen, wenn es kalt oder nass und man draußen unterwegs ist. Manchmal ist er auch Teil einzelner (Herren-)Trachten oder Uniformen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Der Umhang wird in allen Schichten getragen und unterscheidet sich meistens nur in Verzierungen und Details wie besserer Stoffqualität. 
Varianten: Je nachdem wieviel Stoff man verwenden möchte, wählt man einen Halb-, Dreiviertel- oder Vollkreismantel, wobei man natürlich desto besser geschützt ist, je mehr Stoff man verarbeitet. Vereinzelt gibt es auch Schnitte mit eingenähten Schultern, die eher einer vorne offenen Cotte ohne Ärmellöcher, als einem Kreismantel ähneln. Umhänge gibt es mit oder ohne angesetzter Kapuze, zweiteres wird dann oft in Kombination mit einer Gugel getragen. 
Verzierungen: Da Umhänge im gesellschaftlichen Rahmen oft abgelegt werden, sind sie seltener verziert, als Kittel oder Obergewand. Trotzdem lassen es sich wohlhabende Bürger oder Adelige oft nicht nehmen, auch den Umhang mit Pelzbesatz, Stickereien, Zaddeln oder Applikationen zu verzieren. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://die-mittelalter-freunde.de.tl/Schnittmuster.htm 
http://www.larpwiki.de/Selbermachen/Mantel 
http://www.natronundsoda.net/klamotten/cns/klamottenpage.html?id=102 
http://www.larp-mit.de/umhang-naehen/ 
http://www.gewandnaeherin.de/gewandnaeherinneu/pattern/mantel.html 
http://de.wikihow.com/Wie-man-einen-Umhang-n%C3%A4ht 
http://www.schneidern-naehen.de/kinder-fasching-umhang-naehen 
https://www.youtube.com/watch?v=QxI3SqzJx3o 
Es gibt sehr viele verschiedene Arten, einen Umhang zu nähen und dementsprechen auch viele verschiedene Anleitungen dazu im Internet. Evtl. lohnt es sich, etwas länger zu suchen und zu googeln, um einen Schnitt zu finden, der einem besonders gut gefällt. 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://amicorum-gratia.de/index_htm_files/717.png 
https://www.mittelalter-shopping.de/media/image/81/ff/cb/813_600x600_600x600.jpg 
http://www.die-gewandmeisterin.de/WebRoot/Store16/Shops/61468874/54CF/555E/8FD8/BF48/E0BD/C0A8/2AB8/4125/_MG_9309.jpg 
http://img.webme.com/pic/m/mara-vom-nikolassee/halbkreismantel2.jpg 

Gardecorps

gardecorps.jpg
Gardecorps 

Beschreibung: Der Gardecorps ist eine Form des Mantels, der sich vor allem zum Reiten eignet und ursprünglich vor allem von Rittern verwendet wurde, mittlerweile aber als schick gilt und deshalb auch gerne zivil getragen wird. Sein Erkennungsmerkmal sind übermäßig lange Ärmel, die durch einen langen Schlitz seitlich geöffnet sind, durch den man die Arme nach draußen stecken kann. 
Material und Farbe: Wolle, oft gefüttert, dann meist mit Leinen oder Pelz (selten mit Seide). Grundsätzlich sind alle Farben denkbar, je nach (Wohl)Stand. Ritter tragen den Gardecorps auch gerne in den Farben ihres Wappens als eine Art “Über-Wappenrock”. 
Verwendung nach Geschlecht: Der Gardecorps wird nahezu nur von Männern getragen. 
Verwendung nach Situation: Ursprünglich ein Mantel für Jagd, Ausritte und die Schlacht, gilt der Mantel mittlerweile als schick und wird deshalb auch manchmal in Gesellschaft - wenn es dafür nicht zu warm ist - getragen. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Der Gardecorps wird eher in der gehobenen Gesellschaft verwendet, wenngleich er auch unter ärmeren Rittern und Kriegsknechten ab und zu vorkommt - wenn man sich ihn leisten kann. 
Varianten: Es gibt Gardecops mit Kapuze oder ohne (zweitere werden gerne unter einer - oft stofflich und farblich angepassten - Gugel getragen), manchmal auch mit einem angesetzten Kragen bzw. Pellerine. Weiters gibt es Vatrianten die vorne geschlossen sind (dann immer mit einem Reitschlitz bis zum Schritt), als auch solche, die einem Mantel gleich offen und entweder durch eine Knopfreihe über der Brust oder überhaupt nur am Hals (mit einem Knopf, Nestelbändern oder einer Schließe) zusammengehalten werden. 
Verzierungen: Besonders beliebt sind beim Gardecorps Zaddeln am Saum und an den Ärmeln, sowie breite Pelzbesätze eben dort und an den Schlitzen im Ärmel. Natürlich kann man ihn aber auch mit Borten, Stickereien, Applikationen oder sonstigem Schmuck verzieren. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.gewandnaeherin.de/gewandnaeherinneu/pattern/gardecorps.html 
Weitere (OT-)Hinweise: Der Gardecorps mit meist statt einem Umhang getragen. Bei besonders schlechtem oder kalten Wetter und langen Reisen kommt es aber auch vor, dass noch ein Umhang darüber gelegt wird. 
Beispielbilder: 
http://www.historia-lutrensis.de/assets/images/grimburgshooting_16.jpg 
http://curiavitkov.cz/images/zivot/gardecorps1.jpg 
http://gut-behuetet-und-beleuchtet.de/data/24730/files/390/390/2/gardecorp-rot.2.jpg 

Garnache

Beschreibung: Die Garnache ist eine Sonderform des Umhangs die vorne meist geschlossen ist und keine geschlossenen Ärmel, sondern nur halbkreisförmige Ansätze hat. 
Material und Farbe: Wolle, oft gefüttert, meist mit Leinen (selten Pelz oder Seide). Als Farben sind alle denkbaren möglich. 
Verwendung nach Geschlecht: Die Garnache wird sowohl von Männern, als auch von Frauen getragen und unterscheidet sich dahingehend nicht. 
Verwendung nach Situation: Die Garnache bietet eine gute Kombination aus Schutz vor dem Wetter und Bewegungsfreiheit, wird also gerne für Ritte oder Arbeiten in der Kälte eingesetzt. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Die Garnache ist eher beim einfachen Volk verbreitet, kommt aber - dann in schönerer Ausführung - ab und an auch beim Adel vor. 
Varianten: Meist hat die Garnache eine angesetzte Kapuze und ist vorne geschlossen, es gibt aber auch Varianten, wo die Kapuze wegfällt (diese werden dann meist zu einer passenden Gugel getragen) und solche, die vorne offen und mit Knöpfen oder Nesteln geschlossen werden. 
Verzierungen: Die Garnache wird vor allem für Arbeiten im Freien verwendet und daher eher selten verziert. Aber natürlich gibt es auch hier Exemplare mit Zaddeln an Ärmeln und Säumen, Pelzbesatz, Stickereien oder Applikationen. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
http://www.flinkhand.de/index.php?aid=183 
http://www.larpwiki.de/Selbermachen/Mantel 
Weitere (OT-)Hinweise: - 
Beispielbilder: 
http://s1.gambeson.pl/pf/1428/travelling-garment.jpg 
http://www.silberrabe.com/wp-content/uploads/2015/02/2015-02-18_larp_nordwacht_konzept_02.jpg 

Cappa

Beschreibung: Die Cappa ähnelt einer Gugel, der Kragen ist aber vor allem vorne und hinten sehr viel länger und ersetzt so den Mantel. Seitlich geht sich meist etwa bis zum Handgelenk, so dass sie einerseits den Körper schützt, es aber erlaubt, sie leicht zurück zu schlagen und die Arme für die Arbeit zu verwenden. 
Material und Farbe: Fast immer eher dicke Wolle und einfachen Farben, kräftige Farben bilden die Ausnahme. 
Verwendung nach Geschlecht: Männer und Frauen gleichermaßen. \\  Verwendung nach Situation: Die Cappa wird fast nur draußen gegen die Witterung getragen, dabei eignet sie sich durch die relativ hohe Armfreiheit im Vergleich zum Umhang auch für körperliche Arbeiten. 
Verwendung nach Stand und Wohlstand: Die Cappa wird fast nur im einfachen Volk getragen. 
Varianten: Die Länge, manche Cappas sind einfach besonders lange Gugeln, manche sind vor allem hinten noch länger und wieder andere sind auf der Vorder- und Hinterseite so lange wie ein Mantel. Die meisten Cappas sind vorne geschlossen, es gibt aber auch solche, die durch eine Knopfreihe über der Brust oder einen Verschluss am Hals geschlossen werden und sonst offen sind. 
Verzierungen: Die Cappa wird nur sehr selten verziert, selten sieht man Zaddeln oder Stickereien. 
Beispiele von Bastelanleitungen: 
https://diehandmaid.wordpress.com/2015/06/22/warm-bleiben-im-mittelalter-die-cappa/ 
http://www.larpwiki.de/Selbermachen/Mantel 
Grundsätzlich funktioniert jeder Gugelschnitt, wenn man ihn an den entsprechenden Stellen verlängert. 
Weitere (OT-)Hinweise: Wo genau die Gugel aufhört und die Cappa anfängt, ist nicht klar festlegbar, beides übereinander ist jedenfalls nicht gut zu tragen und kommt daher auch nicht vor. 
Beispielbilder: 
https://farm1.staticflickr.com/434/19044813362_c39dfc80bc.jpg 
http://www.vuozvolc.de/cms_1/images/artikelbilder/kleidungfrau/weqwe.jpg 
https://farm1.staticflickr.com/485/19024092776_a9d38de6e2.jpg 
http://www.historische-schuhe.de/WebRoot/Store18/Shops/61580448/53A9/38B7/DABD/BAEF/0B37/C0A8/2AB9/BEB4/langgugel_gugel_mittelalter_schwarz_3.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/galerie_fullsize.php?f=imm019_20.jpg&d=wallfahrt05&sid=0&lid=0&h=600&tid=4  http://www.by-micky.de/mediapool/87/873514/resources/big_13789776_0_350-533.jpg 

Details und Erweiterungen

Farben

Die lindische Mode ist eine sehr farbenfrohe, so ist es üblich und verbreitet, möglichst bunte Gewänder zu tragen. Während die Unterkleidung meist in weißem bzw. naturfarbenen Leinen gehalten ist, finden sich nahezu alle anderen Kleidungsstücke in den verschiedensten Farben wieder. 
Matte und dunkle Farben sind relativ einfach und kostengünstig zu färben, weshalb man das einfache Volk oft in grauen, braunen, rostroten oder dunkelgrünen Gewändern sieht. Kräftige, leuchtende und intensivere Farben kann man sich oft nicht, oder nur in kleinen Mengen für Hut oder Gugel leisten. 
Wohlhabendere Bürger und Adelige wiederum zeigen ihren Reichtum auch gerne durch die Verwendung von großflächlichen schönen Farben. Kärftiges, helles rot, grün, blau oder gelb, aber auch orange, türkis oder violett bzw. purpur wird hier gerne verwendet. 
Eine Sonderstellung nehmen schwarz und wirklich reines weiß (mattes, beiges bzw. naturfarbenes weiß wird bei nahezu jeder Unterkleidung verwendet) ein. Beide Farben werden sowohl vom einfachen Volk, als auch in wohlhabenderen Kreisen eher selten verwendet, vor allem nicht großflächig und in der obersten Schicht, sondern sind in erster Linie dem Klerus vorenthalten. Die verschiedenen geistlichen Würdenträger und Orden haben allesamt verschiedene Trachten, die Farben schwarz und weiß kommen dabei aber sehr häufig vor. 
Weiß wird nebenbei auch noch gerne für die Kleidung von Kindern reicher Eltern verwendet, schwarz hat sich bei städtischen Beamten als verbreitete Farbe eingebürgert. 

Die Farben im Detail: 
Naturfarben/Beige: Die Farbe von fast allem Untergewand. Oft als Futterstoff verwendet, selten als Oberstoff Blau: Matte, etwas gräuliche Blautöne sind einfach zu färben und daher im Volk beliebt, kräftige Farben, sowohl hell, als auch dunkel, sind kostenintensiver und daher eher in der Oberschicht zu finden.
Grün: Dunkle, matte und Olivgrüntöne sind im Volk belibt und verbreitet, vor allem bei solchen, die oft in Wald und Wiesen unterwegs sind. Helle, leuchtende Grüntöne tragen vor allem jüngere Adelige, da die Farbe mancherorts mit Jugend in Verbindung gebracht wird.
Gelb: Fahles, einfaches Gelb ist weit verbreitet, strahlendes Gold-Gelb trägt nur der Adel und die reichsten Bürger. Früher galt gelb als die Farbe der Erborista und der Prostituierten. Dies ist zwar an den meisten Orten nicht mehr gängig, in wenigen Gegenden aber noch verankert.
Rot: Gilt unter anderem als eine Farbe Tarans und ist daher bei allen sehr beliebt. Im Volk wird einfaches, rostfarbenes Krapprot verwendet, helles Blutrot hingegen ist teuer.
Braun: Einfach zu färben und daher weit verbreitet. Gilt in höheren Kreisen eher als unschick.
Grau: Einfache Grautöne sind vor allem bei Wollstoffen sehr beliebt, teures, strahlendes Silbergrau ist kostspielig und daher meist dem Adel vorbehalten.
Orange: Ist schwer zu färben und daher teuer.
Violett: Ist schwer zu färben und daher teuer.
Schwarz: Gilt als Farbe des Klerus, wird abseits davon nur selten verwendet. Hat sich in jüngeren Jahren als beliebte Farbe bei städtischen Beamten durchgesetzt.
(reines) Weiß: Gilt ebenso als Farbe des Klerus, wird ansonsten noch für Kinderkleidung in wohlhabenden Haushalten verwendet. 

Stoffe

Die meisten lindischen Gewänder werden aus Leinen oder Wolle hergestellt. Leinen wird vor allem für sämtliche Unterkleidung und als Futterstoff verwendet. Im Sommer ist es auch nicht unüblich, Kittel oder sogar Oberkleidung aus Leinen zu tragen, auch wenn diese in der Mehrheit aus Wolle gefertigt werden. Immer aus Wolle sind die Beinlinge, die Gugel und die Überkleidung, die ja vor allem vor Wind und Wetter schützen soll, sowie die meisten Kopfbedeckungen. 
Teurere Stoffe wie Samt, Brokat, Damast und vor allem Seide werden selten und wenn, dann nur von wenigen Adeligen getragen, sind insgesamt aber eher eine Seltenheit und drücken Luxus und Wohlstand aus. 
Modernere Fasern wie Polyester, Viskose oder Baumwolle sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Wenn (aus Preisgründen oder mangels Alternativen) doch darauf zurückgegriffen wird, sollte es in einer Form passieren, bei der man sie für andere Stoffe hält (Baumwolle in Leinenoptik, dichte Jerseys die wie dünne Wolle aussehen für Beinlinge, dickes Fleece für Umhänge, etc.). 

Ärmel

Die Ärmel der meisten lindischen Gewänder (Untergewand und Mittelgewand) sind fast immer lang (bis zum Handgelenk) und ziemlich eng. Beim Obergewand (und teilweise auch beim Übergewand) hingegen sind vor allem beim Adel verschiedene, teils gleichzeitig unpraktische, aber als sehr modisch geltende Versionen verbreitet:

Kurze Ärmel


Die deutlich kürzeren und weiteren Ärmel des Surcote lassen die Ärmel des Mittelgewandes darunter gut erkennen 
Die Ärmel des Obergewands sind fast immer so konstruiert, dass die des Mittelgewand noch zu erkennen sind. Die einfachste Methode dafür ist natürlich einfach, die Ärmel kürzer zu gestalten. Dabei gibt es sowohl Formen, bei denen die Ärmel ein paar Zentimeter kürzer sind als die des Mittelgewandes, als auch solche, bei denen sie um einiges kürzer (zb. nur bis zum Ellenbogen) sind. 
Beispielbilder: 
http://www.monacensis.de/tipps/gewand/Cotten_und_Surcotten_aus_dem_Codex_Manesse/images/059c.jpg 

Trompetenärmel, Trichterärmel

Trompetenärmel sind vor allem bei edlen Damen sehr beliebt, kommen aber auch in der Herrenmode vor. Meistens sind die Ärmel bis zum Ellenbogen relativ eng und gehen dann gehen dann nach unten immer weiter auseinander (in der Form dem namensgebenden Trompete). Die Öffnung ist meist zwischen 40 und 60 Zentimeter groß, in Extremfällen aber auch deutlich mehr (so, dass die untere Spitze bei gerade nach unten hängenden Armen den Boden berührt). 
Besonders ausladende Trompetenärmel werden nur vom Adel getragen.
Beispielhafte Bastelanleitung: 
http://portal.weltensammler.at/index.php?page=Attachment&attachmentID=1501&h=9f5ef51240cd741f48cc77061b382e5bb6540291 
Beispielbilder: 
http://www.historical-costumes.eu/01_Fotos_Mittelalter/VORSCHAU/Waterhouse_Brautkleid_vorne_gross.jpg 

Scheinärmel

scheinaermel.jpg
Sehr kurze Scheinärmel an einem Wappenrock 

Scheinärmel nennt man verschiedene Formen von Ärmeln, deren Naht entweder vollständig oder ab einem gewissen Punkt (zb. dem Ellbogen) offen sind, so dass sie offen nach unten fallen. Bei dieser Form von Ärmeln sind andersfarbige Futterstoffe besonders beliebt, da auch die Innenseite des Ärmels gut zu sehen ist. Damit der Scheinärmel schöner fällt, wird der Ärmel dafür oft so konstruiert, dass die Naht nicht unten, sondern vorne oder oben liegt, je nach gewünschtem Ergebnis. 
Beispielbilder: 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_klein.php?f=stuff143_image3.jpg&z=1 
http://www.mittelalter-manufaktur.de/MM07/Gew_HG_H_Gardecorps_files/shapeimage_1.jpg 
http://www.gewand-manufaktur.com/WebRoot/Store24/Shops/78334146/5526/93B1/E588/5801/D7BC/C0A8/2AB8/1CFA/Mittelalter_surcotte.jpg 

Geschlitzte Ärmel

Geschlitzte Ärmel kommen ursprünglich vom Gardecorps, werden aber mittlerweile auch bei vielen Surcots, Bliauts und anderen Obergewändern verwendet. Sie zeichnen sich durch einen langen Schlitz auf der Vorderseite des Ärmels aus, der oft mit Borden, Stickeren oder Pelzbesatz verziert ist. Durch diesen Schlitz kann die Trägerin oder der Träger den Arm herausstecken, so dass der Rest des Ärmels ohne Inhalt nach unten hängt. Geschlitzte Ärmel sind oft übermäßig lang, um noch oppulenter zu wirken. 
Beispielbilder: 
http://www.familia-ministerialis.de/images/gardecorps2.jpg 
http://gut-behuetet-und-beleuchtet.de/data/24730/files/390/390/2/gardecorp-rot.jpg 

Verzierungen

Zaddeln

zaddeln.jpg
Surcote mit gezaddelten Ärmeln und Applikationen in Lilenform 

Zaddeln sind verschiedenförmige Ansatzstücke an Kanten, Ärmeln und Säumen von Kleidungsstücken. Sie können sowohl am Kittel, als auch am Obergewand, der Gugel sowie manchen Übergewändern und Kopfbedeckungen getragen werden. Entweder sie werden direkt in einen gewalkten Wollstoff (der möglichst nicht ausfranst) geschnitten, oder Oberstoff und Futter werden in Form der Zaddeln aneinander genäht und dann ineinander gestürzt, wodurch die Zaddeln sichtbar werden. Die verschiedensten Motive werden verwendet, zum Beispiel einfache Wellenlinien, die Formen verschiedener Blätter (zb. die von Eichen oder Linden) oder rechteckige Zinnenmuster. 
Beispielbilder: 
http://thadeus.discordia.ch/Spie%C3%9Fer/GrenzKonflikt3/dassindkeinezaddelndassindabreieckenmitmeinenkontaktdatenfrdieweiber.jpg 
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/16/36/e9/1636e9a8e4395d6cf9322340ee5f6baf.jpg 
http://www.diu-minnezit.de/realie_bild_klein.php?f=stuff249_image3.jpg&z=1 
http://www.de-nobile-sanguine.de/images/kleidung-mann/K1390_4.1_Bestickte%20Gugel.JPG 
http://www.mittelalterkraemer.de/images/gambeson-mit-zaddeln.jpg 
http://home.arcor.de/glanlaender/handel/gewandung/sgmann2.gif 

Borten

Auch wenn sie immer mehr aus der Mode kommen, sind Borten immer noch eine verbreitete Form, seine Kleidungsstücke im Lindland zu verzieren. Diese werden direkt am Saum oder etwas daneben aufgenäht, oder aber über andere Nähte, um sie zu verdecken. Sowohl die Motive der Borten, als auch ihre Breite variieren. 
Besonders aufwändige und mit Gold- und Silberfaden gewirkte Borten bleiben dem Adel überlassen.
Beispielbilder: 
http://www.marchand-medieval.com/medieval/116-1688-thickbox/wiking-tunika-bliaut-borten-woll.jpg 
http://img.webme.com/pic/m/mara-vom-nikolassee/mara_12.jh..jpg 
http://img.webme.com/pic/m/mara-vom-nikolassee/gesamt1200.jpg 
http://www.elfen-werk.net/WebRoot/Store5/Shops/64264967/536B/F538/7399/F4C2/A8E9/C0A8/2AB8/2E43/tunikagruenwolle104haupt_m.jpg 
https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSSEL-CtcAqb3SbtkMhKfT5GVniIhaA4JeMNxP_2zKdlNVK4HJs8A 

Stickereien

Zu den beliebtesten Formen der Verzierungen zählen alle Formen von Stickereien. Während im einfachen Volk vor allem simple, florale Muster verbreitet sind, schmückt der Adel seine Gewänder mit aufwändigen Symboliken und Figuren. Bestickt kann grundsätzlich jedes Kleidungsstück werden, da das Besticken aber sehr viel Zeitaufwand mit sich bringt, werden vor allem solche Stücke und Stellen bestickt, die besonders gut sichtbar sind. 
Stickereien mit Gold- und Silberfaden bleiben meist dem Adel überlassen.
Beispielbilder: 
https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTrJEr94Sj_DYaPPDQ1ZS4vSS9PsCcSOcNEdqHp7tRDRXWHXcX_ 
https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSTVJZzygzP27jcfDiFpQ48oUuZJXd9YokWqGpzok3eZjxEvIS8jw 
https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQ4v7eYZJrackTlZnGUi79i2avsYIv8Yt5hof1_Y8vAzhk6okAICw 
https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcT9rjhsSIe6yWxWw0zqfguF-5mG2Z5wMWYk1p2NTAqsZjJ0sE– 

Pelzbesatz


Höllenfensterkleid mit pelzbesetztem Saum 

Während grobe Felle manchmal als Futter für Winterkleidung verwendet werden, gelten feine Felle wie Zobel, Hermeline oder Nerz als teure und gefragte Verzierung für schöne Gewänder. Meist wird es in Streifen an die Säume der Kleidungsstücke genäht, besonders beliebt ist es zum Beispiel an den Armausschnitten von Höllenfensterkleidern, den Armschlitzen des Gardecorps oder an Houppelanden. 
Pelzbesatz gilt in der lindischen Mode als dem Adel vorbehalten.
Beispielbilder: 
http://www.historical-costumes.eu/01_Fotos_Mittelalter/Houppelanden/Creme/Houppelande_creme_vorne_detail_gross.jpg 
https://armstreet.de/catalogue/preview/mantel-aus-wolle-die-nachfolgerin-des-winters.jpg 
https://armstreet.de/catalogue/full/mittelalter-wolle-tappert-mit-gugelhut-xiv-jhd-1.jpg 

Applikationen

Vor allem bei heraldischen Symbolen, die in Form eines Wappens oder als Verzierung auf Kleidern angebracht werden soll, sind Applikationen sehr beliebt. Dabei wird das gewünschte Symbol aus steifem Stoff (oft gewalkter Wolle) ausgeschnitten und auf das Kleidungsstück genäht, wobei die Kanten eng und dicht versäubert werden (wer mit der Maschine näht, kann hier einfach einen sehr, sehr engen Zickzackstich verwenden). 
Beispielbilder: 
http://kostuem-atelier.de/images/gugel/gugel/gug8.jpg 
http://www.outfit4events.de/runtime/cache/images/productFull/mna-9744.JPG 
https://www.stoff-und-gewand.de/media/image/Referenzen_Applikation_Bl-tter_395x360.jpg 

Accessoires

Gürtel

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Nobler Prunkgürtel aus gefärbtem Leder mit dekorativen Beschlägen  
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Mindestens ein Gürtel ist Teil jeder lindischen Gewandung. Der so genannte Gewandgürtel hält die Kleidung zusammen und liegt meist auf Höhe der Taille. Er wird über dem Obergewand getragen oder, wenn ein solches nicht vorhanden ist, über dem Mittelgewand (die einziges Ausnahme bildet das Höllenfensterkleid, das über dem Gewandgürtel getragen werden kann, siehe dort). Am Gewandgürtel befestigen die Linden gerne allerlei Gürteltaschen, den Almosenbeutel und ihr Besteck. Der Gewandgürtel ist meist eher schmal und übermäßig lang, so dass er oft bis über die Knie nach unten hängt. Die Spitze wird gern mit einem Beschlag aus Metall verziert, der so genannten Gürtelzunge. Auf Reisen, wo oft mehrere Ausrüstungsgegenstände und Taschen am Gürtel befestigt werden, wird dafür oft ein zweiter, breiterer und robusterer Gürtel getragen. Schwertscheiden, Dolche und andere Waffen wiederum werden an einem separaten Gürtel, dem “Waffengurt” getragen. 
Gürtel, Schnallen und Gürtelzugen bzw. dafür notwendiges Bastelmaterial lassen sich zb. n diversen Internetshops oder auf Mittelalterfesten beziehen. Hier angeführt sind ein paar Beispiele. 
http://www.lederkram.de/category.php?cat_ID=767 
http://www.reenactors-shop.de/index.php?cat=c3_Schlie-en--Knoepfe--Nesteln.html 
http://vehi-mercatus.de/Mittelalter-Taschen-Beutel-Guertel 
Beispielbilder: 
https://www.peraperis.com/images/product_images/info_images/mittelalter-guertel_beschlagen.jpg 
https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTCkkJYrsLqTRoWtyanxVgXPZARl4AeamCBqP7-75nMbUSGEaM 
https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQ6rzGhXrEVJ6zg1IIZ7WCvLGAjJJ-A9dKNnf2C1esWOgWRdtUj 
https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQXszOTP1Vkb989wxGO__HusGXnyUi4milLXURYwkE073aBgFN6vQ 
https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcR77PjXGBf9_-hHtBFz_-kv8jwtVI8IRuM6B8NTuUoME51Cq3W6ag 

Fibeln und Schließen

fuerspan.jpg
Einfache Fibel oder Fürspan zum Verschließen von Kragenöffnungen  
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Zwar kennt man im Lindland Knöpfe, trotzdem sind diese nur mäßig verbreitet und viele andere Formen von Verschlüssen kommen zum Einsatz. Neben den allseits beliebten Nestelbändern (siehe unten) werden allerlei Formen von Fibeln, Haken und Ösen verwendet. gerade gut sichtbare Schließen (wie zb. die des Umhangs oder der Kragenöffnung eines Surcots) sind oft kunstvoll und aufwändig gestaltet. 
Diverse Schließen finden sich in Onlineshops oder auf Mittelalterfesten, hier sind ein paar Beispiele aufgeführt: 
http://www.reenactors-shop.de/index.php?cat=c160_Sonstige-Verschluesse---Schlie-en.html 
http://www.reenactors-shop.de/index.php?cat=c46_Knoepfe.html 
http://www.reenactstore.de/larp-shop/Schmuck/Gewandschliessen/Fibeln:::1_16.html 
Beispielbilder: 
https://www.dein-larp-shop.de/media/image/f8/fe/0e/fb80_1_600x600.jpg 
https://www.dein-larp-shop.de/media/image/73/0a/6f/fb42_1_600x600.jpg 
http://www.diegewandschneidervonavalon.de/image/cache/data/3%20Geschmeide%20Zubeh%C3%B6r/370009%20Fibel%20Onyxschwert-1069x1356.jpg 
http://i.ebayimg.com/t/sehr-edel-Fuerspan-gross-Bronze-Fibel-Mittelalter-12-13-Jhd-mit-Glaseinlage-Fuerst-/00/s/MTYwMFgxNTYx/z/2PsAAMXQydtTKyrJ/$_35.JPG 
http://www.historische-schuhe.de/WebRoot/Store18/Shops/61580448/5613/7EE6/87E8/94A1/3D00/C0A8/2BBA/9B4E/Mittelalter_Fibel_rautenfoermig_bronze.JPG 

Nesteln

nesteln.jpg
Nestelband mit Nestelspitzen  

Nestelbänder sind kunstvoll geknüpfte Schnüre aus Seite oder Wolle (fürs Larp kann man auch Baumwollgarn verwenden), mit denen die Linden ihre Kleidung verschließen. Beispielsweise werden sie verwendet, um Gamebsons zuzubinden, Beinlinge an der Bruche zu befestigen oder Mäntel am Kragen zu schließen. Außerdem kommen sie immer dann zum Einsatz, wenn Kleidungsstücke zur Taillierung geschnürt werden, wie zB. beim Bliaut. Zur Zierde und um ein Aufdröseln der Schnüre zu verhindern, werden ihre Enden mit kleinen Metallhülsen, sogenannten Nestelspitzen besetzt. 
Nestelschnüre und -spitzen lassen sich in diversen Onlineshops oder auf Mittelalterfesten kaufen, die Schnüre lassen sich auch einfach selbst herstellen. Hier ein paar Beispiele von Bezugsquellen und eine Anleitung zum Selbermachen: 
http://vehi-mercatus.de/Nestelschnuere 
http://vehi-mercatus.de/Nestelspitzen 
http://www.reenactors-shop.de/advanced_search_result.php?keywords=Nestelspitzen&x=0&y=0 
http://www.reenactors-shop.de/advanced_search_result.php?keywords=Nestelspitzen&x=0&y=0 
http://www.flinkhand.de/index.php?aid=150 
http://fingerloop.org/patterns.html 
Beispielbilder: 
http://eysenhut.de/bilder/produkte/gross/12er-Set-Nesteln-gelb-und-braun-geringelt.png 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Nestelschnur-Wolle-mit-Nestelspitzen_b2.jpg 
http://www.outfit4events.de/runtime/cache/images/productFull/mh-cl0901-000.jpg 
https://almerlin.de/wp-content/uploads/2015/08/1_nesteln_wolle_rot_weiss.jpg 

Gürteltaschen

guerteltasche.jpg
Einfache Gürteltasche  

Gürteltaschen aus Leder sind die beliebteste Art und Weise, kleinere Dinge nahe am Körper zu transportieren. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Formen, wobei sogenannten “Nierentaschen” am beliebtesten sind. Beim Volk und auf Reisen gehören Gürteltaschen zur alltäglichen Tracht. In wohlhabender bzw. adeliger Gesellschaft achtet man meist darauf, nicht zu viele und vor allem keine zu großen Taschen am Körper zu tragen, da das als bäuerlich angesehen wird. Passende Taschen kann man selber basteln oder in diversen Shops kaufen, hier ein paar Beispiele: 
http://vehi-mercatus.de/Mittelalter-Taschen-Beutel-Guertel 
http://www.reenactors-shop.de/index.php?cat=c116_Taschen-und-Beutel.html 
http://www.lederzeug.de/index.php?sprache=de&kat=7&sub=1 
Beispielbilder: 
http://www.lederkram.de/lederkram/taschen/guerteltaschen/kleinenierentasche.jpg 
https://www.mittelalter-fundgrube.de/images/product_images/popup_images/nierentasche-174_0.jpg 
http://www.outfit4events.de/runtime/cache/images/productFull/MH-B1505.jpg 
http://www.mittelalter-zelte24.de/media/images/popup/Beschlagene_Mittelalte_Grteltasche.jpg 

Almosenbeutel


Bestickter Allmosenbeutel aus Seide, mit Leinen gefüttert 
Der Almosenbeutel ist ein meist aufwändig gearbeiteter und verzierter Stoffbeutel, in dem kleinere Mengen an Geld transportiert werden. Es gilt im Lindland als nobel, Bedürftigen eine kleine Spende zuzuwerfen und die kleinen Münzen dafür werden im Almosenbeutel transportiert. In Folge ist es schick und modisch für eineN AdeligeN, einen möglichst hübschen Almosenbeutel am Gürtel zu tragen. Almosenbeutel sind oft viereckig (rechteckig oder trapezförmig), sie kommen aber auch in anderen Formen vor. Verziert werden sie mit Stickereien, Quasten oder Applikationen von floralen Mustern, verschiedenen Bildern oder dem eigenen Wappen. Hier eine einfache beispielhafte Bastelanleitung: 
http://morigue.blogspot.co.at/2006/08/einfacher-almosenbeutel.html 
Beispielbilder: 
http://www.iglu1250.de/content/ausruestung/Accessoires/almosenbeutel/almosenbeutel2.jpg 
http://img.webme.com/pic/m/mara-vom-nikolassee/almosen_gelb.jpg 
http://1.bp.blogspot.com/-XqD7iYOqsxo/VV2uUqOFDbI/AAAAAAAAGtQ/bwjpVnWJKdM/s1600/Almosenbeutel5b.jpg 
https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTZJ5NfdpY59S1B_2W8JmSrJcIRSX792D-eJPMys7tpawpPfFFk 
http://4.bp.blogspot.com/-e-pdUvGA4P8/UwCbtY-GskI/AAAAAAAABFY/8MyeiAA7zVY/s1600/3.jpg 

Zinnabzeichen und anderer Schmuck

zinnabzeichen.jpg
Typisch lindisches Zinnabzeichen auf Wollstoff genäht 

Wer es sich leisten kann, trägt gern verschiedenen Schmuck. Das geht von einfachen Anhängern aus Holz oder Knochen bei armen Bauern bis hin zu aufwändigen Ketten, Ringen, Nieten und Broschen beim Adel. Besonders gern tragen männliche Adelige sogenannte Amtsketten, schwere, breite Halsketten, die auf ihren Posten und Rang verweisen. Quer durch alle Schichten beliebt sind auch aus Zinn gegossene Abzeichen, die auf den Hut, die Gugel oder andere Teile des Gewandes gesteckt oder genäht werden. Diese Zinnabzeichen zeigen oft (aber nicht immer) religiöse Motive. Mittelalterlichen Schmuck kann man selber basteln, findet ihn aber auch in diversen Online-Shops. Hier ein paar Beispiele: 
http://www.larp-basteln.de/mittelalterliche-amtskette-furs-larp/ 
http://www.reenactors-shop.de/advanced_search_result.php?keywords=zinnabzeichen&x=0&y=0 
Beispielbilder: 
https://www.krefeld.de/C1257478002C7A8D/files/amtskette-detail_500.jpg/$file/amtskette-detail_500.jpg 
http://www.luedenscheid.de/imp2/picture.php?url=/buerger/rathaus/amtskette/02.jpg&resolution=770x400 
https://watch-wiki.org/images/thumb/7/72/Damen_Blankenburg.jpg/220px-Damen_Blankenburg.jpg 
http://eysenhut.de/bilder/produkte/gross/Liebesabzeichen-Zinnabzeichen-durchbohrtes-Herz.png 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Hahn-Zinnabzeichen-1350-1400.jpg 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Gefluegelter-Phallus-Zinnabzeichen-1375-1425.jpg 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Armbrust-Zinnabzeichen-1400.jpg 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Jerusalemkreuz-Zinnabzeichen.jpg 
http://shop.allerley.ch/images/product_images/info_images/zinnabzeichen-vulvamit_krone.jpg 

Gerne werden auch Heiligenbildchen aus Holz oder Pappe am Gewand, vor allem am Hut getragen 
Beispielbild: 
https://fbcdn-sphotos-c-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xfp1/v/t1.0-9/10363250_659633090807399_4831725936238833834_n.jpg?oh=78452357a23e20fd5d66bbe10def4d4a&oe=5885C739&__gda__=1481942192_47822d24a2f01bcdce1942f8a8ded74e

Besteck

messer.jpg
Einfaches Messer in verzierter Scheide 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.neuesausdergotik.blogspot.co.at
  In Lindland ist es üblich, bei Essen sein eigenes Besteck zu benutzen. Demzufolge besitzen die meisten Linden ihr eigenes Messer und ihren Pfriem (ein Spieß zum Fixieren von Fleisch) bzw. ihre Gabel. Dieses Besteck wird oft in einem Lederetui am Gürtel getragen, damit man es beim Essen stets dabei hat. So kommt es, dass ein am Gewandgürtel hängendes Besteck in Lindland ein fester Bestandteil der Tracht ist. Passendes Besteck samt Lederscheide findet man auf Mittelalterfesten oder im Internet, hier ein Beispiel: 
http://vehi-mercatus.de/Mittelalter-Besteck 
Beispielbilder: 
http://grafenshop.de/images/product_images/popup_images/852_0.jpg 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Messer-und-Pfriem-Besteck-Set-VII_b4.jpg 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Messer-und-Pfriem-Besteck-Set-IV_b2.jpg 
http://vehi-mercatus.de/bilder/produkte/gross/Messer-und-Gabel-Besteck-Set-II_b4.jpg 

Waffen

Waffen sind im Lindland etwas allgegenwärtiges. Zwar ist guter Stahl teuer und die berühmten lindischen Waffenschmiede erst recht, aber die Linden lieben ihr Selbstverständnis als wehrhaftes Volk und Fehden, Räuber und regelmäßige Kleinkriege geben ihnen dabei recht, so ist es etwas ganz normales, je nach Stand und Vermögen einen Dolch, eine Axt oder ein Schwert dabei zu haben, auch, wenn man gerade nicht vor hat, in den Kampf zu ziehen. Waffen unterliegen im Lindland in den meisten Regionen keinen speziellen Restriktionen, trotzdem sorgen Preis und Verfügbarkeit meist dafür, dass gute Schwerter und ähnliche Waffen meist dem Adel den ihm aktiv dienenden Waffenknechten vorbehalten sind. Schwarzpulver und seine militärische Nutzung sind im Lindland kaum bekannt und gelten als Teufelszeug.

Dolche

Einen Dolch bei sich zu tragen, ist eine einfache und kostengünstige Form, stets verteidigungsbereit zu sein, demnach sind Dolche in der lindischen Gesellschaft omnipräsent. Von der Bäuerin über den Schreiber bis zum Burgherren, ein Dolch am Gürtel gilt gesellschaftlich nur selten als unpassend. Unterschieden wird der Dolch vom Messer dadurch, dass er zweischneidig ist und in einer festen, am Gürtel befestigten Scheide steckt, während das Messer einschneidig ist und meist gemeinsam mit Pfriem oder Gabel in einem Etui aufbewahrt wird, das an einer Nestel oder Lederschnur frei am Gürtel “baumelt”. Passend für eine lindische Darstellung sind einfache, gerade und möglichst schlichte Dolche, ungeeignet sind vor allem unproportional große und solche mit aufwändigen Fantasy-Elementen.

Speere und Stangenwaffen

Der Speer ist nach dem Dolch die die verbreitetste Waffe im Lindland. Er wird zu Fuß eingesetzt, entweder beidhändig oder zu einem Schild. Auch andere Stangenwaffen wie Gleven, Helmbarten oder Hakenspieße sind im Lindland bei Kriegsknechten beliebt. Passend sind also alle Formen von Speeren und Stangenwaffen, die keine zu übermäßigen und auffälligen Fantasyelemente wie übergroße Klingen, Zacken oder Ornamente aufweisen. Weiters unpassend sind Naginatas und andere fernöstliche Formen, sowie Piken.

Schwerter und ähnliche Klingenwaffen

Schwerter gelten als nobelste und reinste Form einer Waffe. Die lindischen Schwerter gehören zu den besten der Welt und sind deshalb - und weil Eisen in Lindland Mangelware ist - meist teurer als andere Waffen. Das lindische Schwert ist zweischneidig und hat eine gleichmäßige Parierstange (diese ist meist entweder gerade, leicht nacht vorne gebogen oder in Form eines Taransberges geformt). Darüber hinaus existieren die verschiedensten Formen. Das Kurzschwert (rund 50-80 cm), das gerne zu einem kleinen Buckler geführt wird und vor allem Knechten mit Bögen, Armbrusten oder Stangenwaffen als Nebenwaffe dient, das Einhandschwert (rund 80 - 110 cm), das klassischerweise zu einem Dreeicksschild geführt wird, das so genannte “lange Schwert”, auch Bastardschwert, Anderthalbhänder oder Sattelbaumschwert genannt (rund 110 - 140 cm), das meist über ein verlängertes Heft verfügt, um es zweihändig zu führen und schließlich das Zweihand- oder Großschwert, auch Bidenhänder genannt (140-180 cm, in Ausnahmefällen deutlich länger), das als besonders schwer zu führende und gefährliche Waffe gilt. Unpassend sind allerlei (Krumm)Säbel, Degen, Rapiere und ähnliche Fechtwaffen, Katanas und alle weiteren Klingenwaffen die nicht dem europäischen Kulturraum entstammen sowie Schwerter mit übermäßig ausgeprägten Fantasy-Elementen.

Hämmer, Keulen und Streitkolben

Verschiedene Formen von Wuchtwaffen sind im Lindland weit verbreitet, besonders verschiedene Formen von Hämmern gelten mancherorts als besonders taransgefällig. Einhändige Streitkolben, Kriegshämmer (auch Reiterhammer oder Rabenschnabel genannt) oder Morgensterne werden gerne zu einem Schild geführt und vor allem von Kämpfern zu Pferd eingesetzt. Fußstreithämmer (große, schlanke, zweihändig zu führende Hämmer) gelten als schwer zu meisternde und gefährliche Waffen, die meist nur von Rittern geführt werden. Einfache Knüppel und Keulen hingegen dienen armen Waffenknechten, die sich keine stählernen Waffen leisten können, in der Schlacht. Unpassend für eine lindische Darstellung sind unrealistisch große und schwere Wuchtwaffen und solche mit zu vielen optischen Fantasy-Elementen.

Äxte

Äxte werden im Lindland in verschiedenen Formen eingesetzt. Einfache Holzfälleräxte dienen armen Kriegsknechten als Waffen, während Ritter gerne zur einhändigen Streitaxt greifen,die dann oft gemeinsam mit einem Schild geführt wird. Die Fußstreit- oder Mordaxt, eine lange, schlanke Waffe, wird zweihändig vor allem gegen schwer gerüstete Feinde oder Reiter eingesetzt und so genannte Langäxte, einfache Axtblätter an bis zu zwei Meter langen Holzstilen, gelten zwar als antiquiert, finden aber trotzdem noch manchmal Verwendung. Unpassend sind Äxte mit Fantasy-Ornamenten, Doppelblattäxte und moderne Äxte wie Tomahawks.

Schilde

Der Schild ist im ganzen Reich verbreitet und beliebt und wird sowohl zu Pferd, als auch am Boden zu nahezu jeder Einhandwaffe gerne eingesetzt. Die verbreitetsten Formen sind verschiedene Dreiecks- und Tropfenschilder, sowie Tartschen. Rundschilder gelten als veraltet und kommen nur mehr äußerst selten vor (und dann meist bei armen Knechten). Armbrustschützen nutzen gerne so genannte Pavesen, nahezu mannshohe Schilde die auf den Rücken gebunden in die Schlacht transportiert und dort dann an einen Holzpfahl gestätzt werden, so dass sie dem Schützen während dem Nachladen der Armbrust Schutz bietet. Ungeeignet sind Fantasy-Schilde, Turmschilde und alle Schilde mit unlindischer Symbolik.

Bögen

Bögen sind die am weitesten verbreiteten Fernkampfwaffen in Lindland. Der Adel nutzt sie vor allem zur Jagd, während er in der Schlacht eher als Knechtswaffe dient, da er im Vergleich zu Klingenwaffen billig und einfach herzustellen ist. Der liebste Bogen der Linden ist der Langbogen, der zwar viel Kraft benötigt, dafür aber in seiner Reichweite ungeschlagen ist. Auch kleinere Bögen bis hin zum Kurzbogen kommen in Lindland zum Einsatz. Ungeeignet hingegen sind Komposit- und Recurvebögen, sowie moderne Sportbögen.

Armbrusten

Die Armbrust ist zwar nicht so weit verbreitet wie der Bogen, aber auch sie ist eine bekannte und beliebte Fernwaffe im Lindland, die sowohl bei der Jagd, als auch in der Schlacht zum Einsatz kommt. Dabei finden sich Armbrusten verschiedener Größen, von der der schweren Windenarmbrust, bis zum einfachen Jagdschnapper. Einzig Fantasy-, Pistolen- und moderne Armbrusten sind unpassend.

Schwarzpulverwaffen

Die Herstellung und Verwendung von Schwarzpulver ist im Lindland großtels unbekannt und gilt als verpöntes Teufelszeug, weswegen es in Lindland nicht vorkommt.

Rüstung

Neben Waffen und Werkzeugen rühmen sich die Linden, auch die besonders gute Rüstungen herzustellen. Wer es sich leisten kann, schützt sich für einen drohenden Kampf damit. Im Alltag ist es aber - abseits von Wachen oder Waffenknechten - unüblich, Rüstung zu tragen.

Helme

helm.jpg
Kübelhelm 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Der Helm ist stets das erste Stück Rüstung, das man sich zulegt, wenn man nur etwas Geld dafür über hat und demnach in seinen verschiedenen Formen das häufigst anzutreffende Rüstteil in Lindland. Gefertigt wird er stets aus Metall, gefüttert mit Leder und/oder Stoff. Besonders beliebt sind allerlei konische, Nasal- und Spangenhelme, die sowohl von Rittern, als auch von Knechten getragen werden. Der Eisenhut gilt als der beliebteste Helm für Waffenknechte, während der Topfhelm als klassischste Form der lindischen Ritter gilt. Weiter tragen diese auch gerne Beckenhauben und Barbutas, sowie einfache Schaller. Passend sind letztendlich alle Helmformen des europäischen Kulturraums vom Hoch- bis ins frühe Spätmittelalter. Unpassend sind antike und frühmittelaltliche Helme, sowie solche aus der Renaissance, dem Barock oder späteren Epochen, sowie moderne, außereuopäische und auffallend fantastische Helme. 
Beispielbilder: 
http://www.mittelalter-schmiede.de/_media/mittelalter/normannenhelm_ospray_ohne_streifen.jpg 
http://ravencrest.co.uk/612-large_default/conical-nasal-helm-early-medieval-reenactment-11th-centruy.jpg 
http://www.ruestschmiede.de/rsxtco/images/product_images/popup_images/2437_0.jpg 
http://www.kayserstuhl.de/images/helme/spaetmittelalter/HR-H013.jpg 
http://www.outfit4events.de/runtime/cache/images/productFull/mib_0356b.JPG 
http://astor-versand.eshop.t-online.de/WebRoot/Store6/Shops/Shop10643/457B/35B2/CF43/54E8/C3BF/AC14/5009/A117/Helm030.jpg 
https://kontor.mittelalter.com/media/images/org/mittelalter-beckenhaube-bacinet-2-mm-stahl-8.jpg 
https://www.battlemerchant.com/images/product_images/popup_images/ULF-HM-35b_beckenhaube_helm_bascinet_helmet.jpg 
http://www.wikingerschmiede.de/Topfhelm_08.jpg 
http://www.ruestschmiede.de/rsxtco/images/product_images/info_images/2766_0.jpg 
http://www.schaefer-web.name/Bilder%20Ruestung/geaendert/Eisenhut.png 
https://www.battlemerchant.com/images/product_images/popup_images/ULF-HM-05.jpg 

Gambeson

gambeson.jpg
Einfacher Gambeson aus Leinen 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Der Gambeson und ähnliche Tuchrüstungen sind vergleichsweise billig herzustellen und daher im ganzen Land weit verbreitet. Hergestellt wird er entweder aus mehreren Schichten (bis zu 30) festen Leinens oder mit einem Futter aus rohem, ungesponnen Leinen oder Wolle, wobei beide Varianten eng abgesteppt und dadurch verfestigt werden. Wer es sich leisten kann, trägt den Gambeson unter einem Kettenhemd, so gehört dieser auch zur Standardausrüstung eines Ritters. Es ist aber - vor allem bei einfacheren Knechten - auch üblich und weit verbreitet, den Gambeson ohne darüberliegendes Kettenhemd zu tragen. Der typische, lindische Gambeson ist zwischen hüft- und knielang und hat lange Ärmel, die entweder direkt angesetzt sind, oder mit Nesteln an den Schultern befestigt werden. Meist wird er vorne mit Riemen oder Nesteln geschlossen, genauso gibt es aber auch Modelle, die vorne geschlossen sind und seitlich geschnürt werden. 
Beispielbilder: 
http://s1.gambeson.pl/pf/2728/infantry-gambeson.jpg 
http://www.medieval-market.com/img/gambeson_type_6_0.jpg 
http://www.ironfortress.com/brugerdir/webshop/images/vare_stor/Img745.jpg 
http://eysenhut.de/bilder/produkte/gross/Gambeson-mit-Zinnknoepfen-15-Jahrhundert_b2.png 
http://www.wojmir9.webd.pl/gambeson006p.JPG 

Kettengeflecht

kettenhemd.jpg
Beinlinge, eine Haube und ein Hemd aus schwerem Kettengeflecht 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Rüstungen aus Kettengeflecht wie der Ringpanzer bzw. das Kettenhemd gelten als typisch lindische Rüstung. Das Kettenhemd wird klassischerweise über dem Gambeson getragen und ist sowohl bei Knechten, als auch bei Rittern weit verbreitet. Es ist üblicherweise so lang wie der darunterliegende Gambeson (also zwischen hüft- und knielang) und hat lange Ärmel die am Handgelenk meist mit Nesteln zusammengebunden werden, um im Kampf nicht zu behindern. Weiters sind sowohl angesetzte Kettenfäustlinge, als auch Beinlinge aus Kettengeflecht bekannt und beliebt. Kettenkrägen oder -hauben werden oft zum Schutz des Halses unter, oder statt einem Helm getragen. Passend sind fast alle Rüstungen aus Kettengeflecht, wobei dichten, vernieteten und aus Flachringen bestehenden Teilen im Zweifelsfall der Vorzug gegenüber den üblichen “Larpkettenhemden” zu geben ist. Einzig moderne bzw. fantastische Stücke wie Fleischerhemden oder Kettenbikinis sind unpassend. 
Beispielbilder: 
http://img.fotocommunity.com/vernietetes-kettenhemd-c886da7b-d1bc-4d3c-abdf-480037128869.jpg?width=1000 
http://www.leuengold.com/Media/Shop/kettenhemd_flachring_vernietet_alternierend_rivited_chainmail_larp_reenactment.jpg 
http://www.joggen-online.de/sportartikel/sport/GDFB/Kettenbeinlinge-voll-vernietet-Flachring-Rundniete-9mm,-Unterarm-und-Schienbeinschutz-von-GDFB-57428965.jpg?w=400 
https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcRWJVEBltgtMuqjolRYsGpfLKKyMdzr0wu5ZyMRTc7Ey02HtVr-Yw 

Wappenrock

wappenrock.jpg
Wappenrock aus Seide 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.thetten1320.de

Der Wappenrock ist eigentlich kein eigenes Rüstteil, wird aber nur zu solcher getragen und daher hier angeführt. Er ähnelt im Schnitt dem Surcot, ist also ein zwischen knie- und knöchellanges, seitlich geschlossenes oder mit Nesteln geschnürtes Kleidungsstück, das vorne und hinten fast immer mit Reitschlitzen versehen ist. Meist ist es ärmellos, oder aber mit verschiedenen, dekorativen Formen von Scheinärmeln versehen. Gefertigt wird es meist aus Leinen oder Wolle, fast immer mit einem Futter aus Leinen. Neben Helm, Gambeson und Kettenhemd ist der Wappenrock der vierte Bestandteil der typischen Rüstung eines lindischen Ritters, kaum einer würde ohne ihn in die Schlacht ziehen. Der Wappenrock trägt zentral auf der Brust das Wappen des Ritters und ist auch oft in dessen Farben gehalten. Im Kampf dient er er vor allem dazu, den Ritter - dessen Gesicht oft durch den Helm verborgen ist - zu identifizieren. 
Auch Knechte tragen manchmal eine Form des Wappenrockes, wenn auch weit seltener als Ritter. Dieser ist dann meist mit dem Wappen des Ritters, dem die Knechte dienen, besetzt (erweitert um den senkrechten Knechtspfahl, der den Träger als Knecht ausweißt). In den nordöstlichen Fürstentümern (“Köhlerland”) existiert meist eine spezielle, knechtische Einheit, die sogenannte “Landeswehr”, in der Wappenröcke in den Farben des jeweiligen Fürstentums als übliche Ausrüstung für Waffenknechte gelten. 
Die meisten Formen des Wappenrocks (verschiedene Länge, Zaddeln, Vorhandensein von Ärmeln, angesetzte Krägen oder Gugeln, etc…) sind passend, einzig larpübliche “Wappenlappen”, also Wappenröcke die seitlich offen und einem Scapulier ähnlich einfach über den Kopf gezogen und mit einem Gürtel tailliert werden, kommen im Lindland nicht vor. 
Beispielbilder: \ http://www.das-tapfere-schneiderlein.org/images/historisch/falke.jpg 
http://www.ritterbedarfs-handel.com/WebRoot/Store15/Shops/63864983/51BA/17F6/E5FD/A1C0/2008/C0A8/2971/2E17/John01.jpg 
http://www.mittelalter.net/bilder/mittelalterlicher-wappenrock-mit-tunika--11202.jpg 
Beispiel für ein Schnittmuster 
http://portal.weltensammler.at/index.php?page=Attachment&attachmentID=1504&h=75b582cb48f2b958079daeb0e1abc52e0cc363d8 

Metallbesetzte Leder- oder Stoffrüstung

Verschiedene Formen von Rüstungen, bei denen einzelne Metallteile (Schienen, Schuppen, …) auf Leder oder festen Stof aufgenietet werden, sind im Lindland eher selten, kommen aber vor. Vor allem Arm- oder Beinschienen dieser Machart sind zu finden, aber auch Torsorüstungen wie Brigantinen (eine Art Gambeson bei dem Metallplättchen zwischen die Schichten genietet werden) und der Plattenrock (ineinander verschobene Metallplatten die hinter ein Korsett aus Leder genietet werden) werden vereinzelnd verwendet. Passend sind wie immer alle Teile des europäischen Hoch- und frühen Spätmittelalters, unpassend sind Elemente anderer Epochen und Regionen, sowie Fantasy-Rüstungen. 
Beispielbilder: 
http://www.west-coast-shop.de/WebRoot/Store13/Shops/61326695/5109/843D/592C/C7F0/35D2/C0A8/2935/41E1/Brigandine.jpg 
http://www.historiavivens1300.at/realien/images/plattenrock02.jpg 
http://www.riddari-leon.de/extern/anleitung/plattenrock/plattenrock_7.png 
http://www.historiavivens1300.at/realien/images/plattenrock01.jpg 

Plattenrüstung

Das Herstellen von richtigen Plattenrüstungen ist im Lindland wenig bekannt und gilt eher als unlindisch. Während einzelne Teile wie Handschuhe, Arm- und Beinzeug bzw. röhren, Ellbogen- und Kniekacheln oder Schulterstücken häufig und gerne von allen getragen werden, die es sich leisten können (meist Ritter oder Knechte und Wachen besonders wohlhabender Herren) sind Torsorüstungen wie Harnische, Kürasse und andere Formen von Brust- oder Bauchplatten kaum bekannt und verbreitet. 
Beispielbilder: 
https://larp-basar.de/wp-content/uploads/2016/02/IF-20042300_LARP_epic_armoury_armschutz_ellbogenkacheln_epic_dark_stahl.jpg 
https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSAmb5su_IXKeqLt301gtdLIjHXlMiv9J7_spmRmqZnX07Qbg2i  http://www.outfit4events.de/runtime/cache/images/product/pef_0660.jpg 
http://www.outfit4events.de/runtime/cache/images/productFull/Kniekacheln-kolenni-mysky%20_01.jpg 
https://armstreet.de/catalogue/full/mittelalter-beinzeug-mit-gerippten-kniekacheln-3.jpg 
http://www.outfit4events.de/runtime/cache/images/productFull/pef_0505_01.jpg 
http://www.inlarp.de/images_old/2193_x_d6029e15_1.jpg 

Lederrüstung

Rüstungen, die nur bzw. hauptsächlich aus Leder bestehen, sind im Lindland unüblich und werden nicht verwendet.

Über das Tragen von Wappen am Gewand

Lindland ist voll von heraldischer Symbolik, die nicht nur an Fahnen und Bannern, sondern auch in den verschiedensten Formen auf der Kleidung getragen werden. Dieses Kapitel soll einen kurzen Überblick verschaffen, wann, wo und in welcher Form das geschieht.

Familienwappen

Jede adelige Familie hat ihr eigenes Wappen und ist meist stolz darauf. Trotzdem ist es im Lindland nicht verbreitet, sein eigenes Wappen stets zwingend am Körper zu tragen, oder sein Gewand in den Farben des Wappens zu halten. Ob und in welcher Form das geschieht, hängt ganz vom Geschmack des oder der jeweiligen Adeligen ab, so dass einer das Haus nicht ohne Wappen und farblich abgestimmter Kleidung das Haus verlässt, während eine andere das ihre nahezu nie trägt. Beides ist gesellschaftlich anerkannt und üblich. Einzig zu außergewöhnlich feierlichen Anlässen (zb. Hochzeiten oder Krönungszeremonien) ist es üblich, dass zumindest die direkt betroffenen und nahestehenden Teilnehmer des Festes (zb. Familien der Eheleute) sich in ihren Wappenfarben kleiden und das Wappen am Gewand erkennbar ist. 
Oben geschriebenes gilt nur für das zivile Gewand. Zur Rüstung trägt der Ritter (also nahezu jeder männliche Adelige) stets den Wappenrock, der meist in den Familienfarben gehalten ist und stets das eigene Wappen auf der Brust trägt.

Zwangswappen


Ein paar mögliche Beispiele, die Zwangswappen zu tragen. 
Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Neubauer
  Das so genannte Zwangswappen ist eine lindische Eigenheit, so muss jede Adelige und jeder Adelige stets das Wappen des jeweiligen Landesfürsten, die Farben des Fürstentums, das Lindenwappen und das Wappen des Kaisers am Körper tragen (eine Ausnahme bilden Landesfürsten, die nur Lindenbaum und Kaiserwappen tragen müssen und der Kaiser selbst, für den es gar keine Zwangswappen gibt). Diese “Zwangswappen” werden entweder im Geviert, paarweise oder jeweils einzeln getragen, wobei der Träger oder die Träger selbst entscheiden kann, wo und in welcher Form die Wappen in die Kleidung integriert werden. Häufig werden die Wappen auf Kopfbedeckungen gemalt oder bestickt, oder aber als Broschen oder auf Emaille-Plättchen gemalt angesteckt. Beliebt sind auch Wimpel oder andere Aufnäher, die auf den Schultern, Oberarmen, Kragen, Gugel oder dem Gewand in Schenkelhöhe angenäht werden. Letztendlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wo und wie die Zwangswappen getragen werden, wobei es als schick gilt, ungewöhnliche und neue Wege dafür zu finden. Die Zwangswappen sollten gut sichtbar sein, sind sie das nicht, gilt das als unhöflich dem Landesfürsten oder dem Kaiser (oder beiden, je nachdem, welches Wappen schlecht sichtbar getragen wird) gegenüber. Unüblich ist es eher, das Zwangswappen zentral auf der Brust zu tragen. Dieser Ort ist traditionell mit dem eigenen Wappen verknüpft (da es beim Wappenrock des Ritters meist genau dort aufgenäht ist) und trotz der Tatsache, dass die wenigsten Adeligen auf ihrem Zivilgewand dort ihr eigenes Familienwappen tragen, hat es sich eingebürgert, dort kein Zwangswappen zu platzieren. 
Das Zwangswappen wird sowohl zum zivilen Gewand, als auch zur Rüstung getragen (dort meist viel kleiner, als das eigene Familienwappen). 

Knechtswappen

Knechte, Dienste, Wachen und alle anderen Untergebenen, die nicht selbst dem Adelsstand entspringen, haben kein eigenes Wappen. Ein Wappen einer adeligen Familie zu führen, ohne es als Knechtswappen zu kennzeichnen, ist vielerorts ein Verbrechen und jedenfalls eine Beleidigung und eine Schmach für die jeweilige Familie. Um es trotzdem möglich zu machen, Untergebene mit dem eigenen Wappen zu kennzeichnen, gibt es den so genannten Knechtspfahl, einen senkrechten, breiten Strich in einer dunklen Farbe, der entweder mittig durch das Wappen geht, oder (seltener) jedes Symbol auf dem Wappen einzeln durchstreicht. Ob, wann oder wo Untergebene ein Knechtswappen tragen, entscheidet stets der Herr oder die Herrin. Dabei ist es weder unüblich, noch allgegenwärtig, manch eine Familie legt wert darauf, andere nicht. Das gilt sowohl für Dienstboten im Haushalt, als auch für Waffenknechte, die den Herren in die Schlacht begleiten. Dort ist es in manchen Lanzen (=lindische Kampfgemeinschaft aus einem Ritter, meist einem Knappen und einigen Knechten) üblich, dass die Knechte ihre Knechtswappen auf einem eigenen Wappenrock tragen, in anderen wiederum tragen sie gar keines.

Knappenwappen

Das Knappenwappen (eine Mischung aus dem eigenen Wappen und dem des Ritters, dem man als Knappe dient) muss während der eigenen Knappenzeit immer sichtbar getragen werden, ganz egal auf welchem Kleidungsstück.

Zunft- und Gildewappen

Zünfte und Gilden, die in den Städten oft das Recht haben, eigene Wappen zu führen, können selbstständig entscheiden, wo und wann ihre Mitglieder das Wappen führen müssen oder dürfen. Allgemeingültige Regeln gibt es dahingehend keine.

Stadtwappen

Wer das jeweilige Stadtwappen führen darf, entscheidet der jeweilige Bürgermeister oder Stadtrat, allgemeine Regeln dazu gibt es nicht. Meist ist es üblich, dass die Stadtwache und manchmal auch Beamte der Stadt die Farben und Symbole der Stadt tragen.

Landesfarben

Die Landesfarben eines Fürstentums dürfen von jedem Bürger oder Adeligen jederzeit getragen werden (sind es doch nur kombinierte Farben und keine speziellen Symbole), es gezielt zu tun, ist aber eher unüblich. Manche Fürstentümer haben einen eigenen Feiertag, an dem es mancherorts üblich ist, sich in den Landesfarben zu kleiden. In den Fürstentümern nördlich des Elms (“Köhlerland”), die eine eigene Landeswehr nach altem, köhlerschen Vorbild haben, trägt diese Wappenröcke, die in den Landesfarben gehalten ist.

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lindland/kultur/kleidung_und_ausstattung.txt · Zuletzt geändert: 2020/08/29 19:32 (Externe Bearbeitung)