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Sechs-Götter-Glaube lindischer Prägung

05-12-2010 23;05;26
Gebet zu Taran mit aufwändiger Initiale

Gebet zu Taran mit aufwändiger Initiale Wie der Name Tarans Reich Lindischen Bodens schon erahnen lässt, ist der lindische Sechs-Götter-Glaube ein besonderer. Taran wird als Hauptgott, als Schirmherr, als Vater verehrt, der das lindische Volk als das seine auserwählt hat. Ihm fallen die wichtigsten Aufgaben (bei Fundamentalisten: alle Aufgaben) zu. Die anderen fünf Götter haben allgemein einen Status, den man am ehesten mit Hauptheiligen vergleichen kann (es gibt natürlich auch menschliche Heilige nach üblichem Verständnis). (OT-Richtlinie ist das deutsche Christentum des Hoch- und Spätmittelalters)

Martin IV., der Erzbischof Tarans ist der Führer der Taranskirche des Reiches. Er hat seinen Sitz in der Freien Reichsstadt Niederhut, die vorwiegend durch den Klerus beherrscht wird.

Symbol, Name und Farben

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einfacher Taransberg
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aufwändig gestalteter Taransberg
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Ein reisender, gerüsteter Taransmönch. Er trägt einen weißen Taransberg auf dem Scapulier.

Das Symbol Tarans, das in Tarans Reich Lindischen Bodens vorherrscht, ist der Taransberg. Taran hat in grauer Vorzeit mit seinem Hammer das Kereth Hall Bergmassiv oben geplättet, damit dort viele, viele Jahrhunderte später einmal die Festung Kereth Hall erbaut werden konnte. Taran wird im Gebet üblicherweise als „Herr Taran“ angerufen. Die Farben des Erzbischofs in Niederhut sind rot und weiß, diese werden oft auch als allgemeine Farben der Kirche angesehen und bei offiziellen Anlässen getragen. Ebenso als Respektsbekundung, wenn man es mit Repräsentanten anderer Sechs-Götter-gläubiger Länder zu tun hat, bei denen rot-weiß als die Farben Tarans gelten. Allerdings werden auch - dem liturgischen Gebrauch entsprechend - vielerlei andere Farben verwendet. Vor allem die Ordenstrachten der Mönche, die Wappen äbtlicher und bischöflicher Bistümer oder die von geistlichen Ritterorden haben unterschiedlichste Farben. 

Glaubensgrundsätze

Vor jeder alltäglichen Glaubensausübung weiß jede Lindin und jeder Linde um die Entstehung des Taransglaubens. Ein jedes lindische Kind ist sich bewusst, dass Taran die Linden als sein Volk auserwählt hat und sie Tag für Tag in eine glorreiche Zukunft führt. Linden sehen die Gründung ihres Reiches als Teil von Tarans göttlichem Willen und Gesetz. Ein ideal-gläubiger Linde nach Vorstellungen der Taranskirche hält alles auf Gerechtigkeit und würde eher sterben, als dass er ein Unrecht begeht oder auf sich beruhen lässt. Unrecht ist jedoch im Alltag zumeist relativ und die Realität gläubiger Linden ist meist fern von dieser Idealvorstellung.

Für Priester gilt das Zölibat.

Glaubensausübung

Im Allgemeinen herrscht der Hausgottesdienst im Volk vor. Die Bezeichnung Hausgottesdienst bedeutet allerdings nicht zwingend, dass dieser nur innerhalb der eigenen (Groß-)Familie abgehalten wird. Es gibt meist Zusammenkünfte mehrerer Familien, die gemeinsam in einem größeren Hof Taran huldigen. Mit etwas Glück finden sich für diese größeren Hausgottesdienste Prediger, die vor oder nach der Feier aus den heiligen Schriften predigen. Oft werden diese Prediger auch um die Leitung der Gottesdienste gebeten. Doch auch im Kreis der einzelnen Familien werden Gottesdienste abgehalten, deren spezieller Ablauf je nach Familie variiert. Dem Einfluss der schriftgelehrten Prediger auf die größeren Gottesdienste ist es zu verdanken, dass diese sich etwas mehr ähneln, da die Prediger in ihrer Ausbildung meist Zugriff auf Werke hatten, in denen Richtlinien für Gottesdienste zu finden sind. Eine Geste (die der Bekreuzigung bzw. den gefalteten Händen im Christentum gleichkommt) ist, den Taransberg mit den Händen vor der Brust zu imitieren. D.h. die Hände bilden die obere kurze Linie, die Unterarme die zwei schrägen Linien. Diese Haltung wird im Gebet oder von Priestern bei sakralen Handlungen eingenommen.

Die Beichte ist ein übliches Mittel, um Sünden zur Sprache zu bringen. Sind die Sünden erst gebeichtet, floriert der Ablasshandel, um sich von diesen freizukaufen. Schließlich möchten taransfürchtige Linden nach ihrem Tod in der Festhalle der Festung Aegenhall an Tarans Seite sitzen und nicht von den Dämonen der Plage und anderen Teufeln gemartert werden.

Totenkult

Linden, die fromm gelebt haben, werden feuerbestattet. Die Linden glauben daran, dass die Toten in die Festhalle der Festung Aegenhall einkehren, wo sie an Tarans Tafel sitzen. Der Rauch des Feuers transportiert die Seele, deren Sitz der Kopf ist. Lokal gibt es aber auch Traditionen, nach denen Tote begraben werden.

Heilige Schriften

Es gibt hunderte wichtige Schriftstücke über Propheten und aus der Hand von Propheten. Sie stammen großteils aus der Zeit der Reichsgründung durch Hunnbald (manche auch davor). Der so genannte "Weiße Brief" enthält die Gesetze der ersten Stunde und hat den Charakter göttlicher Vorschriften, an die sich aufrechte Linden zu halten haben. Als Taran in Burgten Hunnbald erschien, berichtete dieser einem Mönch sein Erlebnis. Der Mönch verfasste daraufhin eine Nachricht mit der Erzählung an den Abt seines Klosters. Diese Nachricht erhielt später den Namen „Weißer Brief“. 

Gesetze der ersten Stunde

Die Gesetze der ersten Stunde richten sich an das Volk der Linden als ganzes und sind in diesem Zusammenhang zu deuten. In Klammer stehen übliche und verbreitete Deutungen der Gesetze.

Gesetz im Wortlaut Gängigste Interpretation
Ehr‘ des Tarans Namen hoch und verdirb die, die’s anders wollen, als beschmutztest du anders deines Vaters Ehre. Verbot der Gotteslästerung, aber auch, die anderen fünf Götter als dem Taran ebenbürtig zu betrachten
Sei einig in dir und wag es nicht, dein eigen Fleisch zu schneiden, als wärst du anders deines Vaters Mörder. Verbot, innerlindische Kriege zu führen und gleichzeitig Gebot der Gründung eines gemeinsamen Staats aller Linden - des Reichs
Steh treu deinen Worten, deinem Glauben und deinem Ideal, als missbrauchtest du anders deines Vaters Vertrauen. Verbot, zu lügen, aber auch Gebot aufrechten Lebenswandels
Lasse dich nie ein mit der Plage und ihren Vorboten, als zerstörtest du anders deines Vaters Werk. Verbot von Teufelswerk und Zauberei
Handle immer gerecht und den Schriften treu, als schimpftest du anders deinen Vater Lügner. Gebot von Befolgung von Gesetzen und allen anderen Geboten Tarans
Gib nie auf, Herr deiner selbst zu sein, als schenktest du anders deinen Vater der Sklaverei. Gebot, dass das Lindenvolk sich nie einem anderen unterwirft, sondern stets souverän bleibt

Magie

Es wird seit jeher ignoriert, dass Taran im Glauben anderer Länder auch ein Gott der Magie ist. Magie wird von Linden mit Furcht und Misstrauen abgelehnt, die Bevölkerung ist zum größten Teil streng abergläubisch. Lindische Priester erklären das, was in anderen Ländern klassische Priesterwunder genannt werden mag, schlicht als Magie. Wahre Taranswunder gibt es nur einmal alle Jubeljahre, diese prägen den Lauf der Welt für Jahrhunderte, ja Jahrtausende.

Theologie

(OT: Dieser Abschnitt ist nur für diejenigen relevant, die priesterliche Rollen verkörpern wollen)

Diskurs über Glaubensgrundsätze

Grundsätzlich strebt der Taransgläubige, sofern er nicht in tiefere religiöse Lehren eingeweiht ist, nach einer Gemeinschaft für und mit Taran. Diese sollen die ersten lindischen Gläubigen Tarans unter Hunnbald noch in reinster Form ausgeübt haben. Davon ist wenig Konkretes überliefert, außer, dass es diese reinste Form des Bundes gegeben hat. Diese Gemeinschaft von Gläubigen verbreitete den Taransglauben während der Eroberungen der lindischen Fürstentümer durch Hunnbald. Die Grundzüge einer solchen Idealgemeinschaft sind immer wieder Thema theologischer Beschäftigung. So steht die Beschreibung - der Gemeinschaftszusammenkünfte - des Gottesdienstes (für Prediger im Speziellen: der Predigt) - der Weitergabe religiöser Prinzipien und Werte - der Versorgung bedürftiger Gläubiger - der Taufe seit jeher im Mittelpunkt theologischer Abhandlungen. Doch nicht nur das, diese Grundzüge sind es, die die Kirche dem einzelnen Gläubigen nahe bringt. Wer sie alleine, in der Familie und der Glaubensgemeinde hinreichend hochhält, übt die Religion der kirchlichen Vorstellung entsprechend aus. Die beschriebenen Grundsätze der ersten Gemeinschaft sind allerdings nur Grundsätze, die auf die alltägliche Glaubensausübung des gemeinen Volkes und ihrer Prediger und Priester bezogen sind. Darüber hinaus existieren die – auch in anderen Ländern hochgehaltenen – Grundsätze, für die Taran im Besonderen steht und die die Kirche vor allem nach außen betont. Allem voran stehen die Gerechtigkeit, Gesetz und Ordnung.
Demnach ist ein weiteres großes Thema theologischer Abhandlungen das göttliche Gesetz. Somit besteht das Idealbild des ersten Bundes aus einer Gemeinschaft, deren Priester zugleich Tarans Recht sprechen. Ein ideal-gläubiger Linde hält alles auf Gerechtigkeit und würde eher sterben, als dass er ein Unrecht begeht oder auf sich beruhen lässt. Unrecht ist jedoch relativ und die Realität gläubiger Linden ist natürlich fern von dieser Idealvorstellung.

Heilige Schriften

Die heiligen Schriften über und von den Propheten werden von einigen Theologen streng von den Schriften der großen Theologen und kirchlichen Würdenträger getrennt, die zwar meist verbindlichen Charakter beanspruchen, diesen allerdings streng gesehen nur selten zugesprochen bekommen. Auf das Wort der großen sogenannten „Väter der Kirche“ wird viel gehalten, allerdings sind ihre Schriften nicht die Grundlage des Taransglaubens. Sie werden allemal als Exegese der wirklichen heiligen Schriften gesehen. Die Abschrift der heiligen Texte ist im Allgemeinen selbst ein sakraler Vorgang, darf also nur von kirchlichen Schreiberlingen vollzogen werden.

Kritische Strömungen

Obgleich der Großteil der religiösen Angelegenheiten von der offiziellen Taranskirche und ihren Orden geregelt wird, gibt es verschiedene Strömungen, die sich nicht der Kirche unterordnen. Diese Strömungen verbindet bei allen inneren Unterschieden stets eine unterschiedlich starke Institutions- und Erzbischofskritik. Diesen kirchenkritischen Strömungen ist es zu verdanken, dass im ganzen Reich Wanderprediger anzutreffen sind, die keine kirchliche Ausbildung erhalten haben. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass die Predigt im strengen Sinne nur ausgebildeten Kirchenmännern erlaubt ist. Diese werden Prediger oder Leutpriester genannt. Entsprechend der Radikalität der jeweiligen Gruppen wirkt die Taranskirche der alternativen Glaubensausübung oft stärker, oft weniger stark entgegen.
Es gibt natürlich auch Priester, die sich auf Wanderschaft befinden. Den Ausdruck „Wanderprediger“ hören diese allerdings nicht gerne, da er mit den Laien in Verbindung gebracht werden.

Weiteres Material für Priester und Gläubige

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